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IKB: Transport- und Logistikbranche sollte Aufschwung nutzen

Die IKB Deutsche Industriebank AG erwartet für die Transport- und Logistikbranche Wachstumsraten von gut sieben Prozent für 2010 und rund sechs Prozent in 2011. Damit dürften die Transport- und Logistikunternehmen den Rückgang des Branchenumsatzes um 12 Prozent im Krisenjahr 2009 bereits in 2011 egalisieren. Daher gilt es, den Aufschwung zu nutzen, um die Geschäftsmodelle veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.

Wie die Auswertung von Jahresabschlüssen von 54 IKB-Kunden aus der Branche zeigt, ist im Krisenjahr 2009 die Rohertragsquote der Transport- und Logistikunternehmen gestiegen. Allerdings sind die weiteren Ertragskennziffern, insbesondere das operative Ergebnis (EBITDA), unter Druck geraten. Gerade Personalaufwands- sowie Miet- und Leasingquoten sind merklich angestiegen.

Die Insolvenzquote in der Transport- und Logistikbranche ist mehr als doppelt so hoch wie in der Gesamtwirtschaft (2009: + 26 Prozent auf 1.742 Unternehmen). Auch wenn für 2010 und 2011 aufgrund des konjunkturellen Aufschwungs wieder mit einem Rückgang zu rechnen ist, werden hohe Wettbewerbsintensität, steigende Transportkosten und der große Anteil krisenanfälligerer, kleiner Firmen ? etwa 81 Prozent der Unternehmen aus der Branche erzielen Jahresumsätze unter 1 Million Euro ?weiterhin für eine hohe Zahl an Insolvenzen sorgen.

Im mittelfristigen Trend weisen Logistikdienstleister mit 5,5 Prozent p.a. höhere Steigerungsraten beim Umsatzwachstum auf als Transportunternehmen mit 4,5 Prozent p.a., wobei Luft- und Seefracht besonders am Anstieg der weltweiten Handelsströme partizipieren. Da sich Industrie- und Handelsunternehmen wieder verstärkt auf eigene Kernkompetenzen besinnen, liegt im Outsourcing großes Potenzial, insbesondere bei individualisierten Mehrwertdiensten wie Montageservices, Verpackungsdienstleistungen, E-Commerce und im Supply-Chain-Management. Auch das Thema „Grüne Logistik“ gewinnt wieder an Bedeutung.

Gerade mittelständische Transport- und Logistikunternehmen sollten aufgrund ihrer größeren Flexibilität das eigene Profil schärfen und Leistungen stärker auf spezielle Bedürfnisse der Kunden ausrichten. Um eine breitere Risikostreuung zu erreichen, sollte Spezialisierung aber immer mit bestimmten Formen der Diversifikation verbunden werden.

Insgesamt bietet die Transport- und Logistikbranche aus Investorensicht aufgrund ihrer positiven Wachstumsperspektiven sowie des starken Konsolidierungsdrucks attraktive Investmentmöglichkeiten.

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