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Top-Mittelständler suchen ihren Nachwuchs im Netz

In sozialen Netzwerken tummeln sich die Fachkräfte von morgen. Die Ergebnisse einer Umfrage des Benchmarkingexperten compamedia GmbH belegen: Die besten Mittelständler Deutschlands haben das Potenzial erkannt und nutzen Social-Media-Angebote bei der Personalsuche. Doch bleibt das Business-Netzwerk Xing bisher der einzige relevante Recruiting-Kanal.

Rund 69 Prozent der befragten Unternehmen meinen, dass man über Social-Media-Kanäle umfassend und gezielt nach Fachkräften suchen kann. Die befragten Firmen, die als beste Arbeitgeber und als Innovationselite des deutschen Mittelstands gelten, nutzen soziale Medien, um sich im Netz zu präsentieren. Bei der Personalsuche vertrauen knapp 65 Prozent auf das Business-Netzwerk Xing, um neue Bewerber zu finden. Facebook ist mit rund 2 Prozent noch weit abgeschlagen, und Twittern findet bei den Personalern der besten Arbeitgeber in puncto Recruiting gar nicht erst statt. Dennoch liegen die Vorteile des Webs für die Personaler auf der Hand: „Es ist schnell, unkompliziert und preiswert. Und gerade junge Arbeitskräfte kann man so ansprechen?, sagt beispielsweise Sandra Welzer, Personalleiterin beim Engeneeringunternehmen Transferzentrum Mikroelektronik (TZM).

Doch ist die Skepsis seitens der Bewerber noch hoch. Auch Silke Masurat, Geschäftsführerin der compamedia GmbH und Expertin für Employer Branding und Recruiting, fällt das auf: „Studenten und Absolventen bewerten den Auftritt von Unternehmen auf privaten Social Networks eher negativ. Sie lehnen es ab, Berufliches mit Privatem zu vermischen, und haben Angst davor, dass der Arbeitgeber zu viel Persönliches über sie erfährt, wenn sie seiner Karriere-Page auf Facebook folgen.“

Erfolgreiches Online-Recruiting muss also auf die Bedürfnisse der Bewerber zugeschnitten sein: Lohnt sich eine Facebook-Page für Unternehmen, wenn die Zielgruppe gar nicht „Fan werden“ will? Sind Stellenanzeigen via Twitter sinnvoll, wenn sie keiner liest? Eine Lösung wäre ein exklusives Talent-Community-Angebot. Viele Bewerber wünschen sich das, und auch das Bedürfnis seitens der befragten Unternehmen ist da. Einige Personaler wünschen sich einen eigens zugeschnittenen Recruting-Kanal ? professionell, vernetzt und vor allem: persönlich. Denn sie halten Social Media bei der Personalsuche zwar für durchaus zu-kunftsträchtig, vermissen aber den persönlichen Kontakt zu den Bewerbern. „Wir brauchen bei der Mitarbeiterbewertung alle sieben Sinne. Im Netz findet der Prozess leider nur eindimensional statt“, warnt Klaus Fehske, Geschäftsführer der Rathaus Apotheke, Hagen.

Überraschend ist dabei, dass nur ein kleiner Teil der Unternehmen die Bewerber vor dem Vorstellungsgespräch in Online-Communitys checkt. Nur rund 40 Prozent der Personalverantwortlichen schauen vorher ins Internet, um sich ein Bild von ihren Bewerbern zu machen. Xing (37 Prozent) und Facebook (26 Prozent) geben den HR-Managern am besten Aufschluss über den Hintergrund ihrer Kandidaten.

Zwei Drittel der befragten Unternehmen wollen in Zukunft mehr Zeit in ihre Online-Aktivitäten investieren. „Social Media wird bei uns gerade im Personalmanagement genutzt. Das ist keine Zukunftsmusik mehr, sondern Realität?, sagt Silvia Lanzen von der New Communications GmbH & Co. KG. Der Einsatz von E-Recruiting-Tools im Personalmarketing ist also nicht nur ein Hype. Wo in Zukunft nach Nachwuchs gesucht wird, bleibt allerdings noch offen.

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