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9. Branchenforum Automobil-Logistik

Herausforderungen, Chancen und Risiken bei der Internationalisierung von Produktionsnetzwerken standen im Fokus des 9. Branchenforums Automobil-Logistik am 27. Januar im Audi-Forum in Ingolstadt.

Mehr als 400 Teilnehmer und knapp 20 Aussteller konnte die Bundesvereinigung Logistik (BVL) begrüßen. Auf dem Forum schilderten Vertreter aus Automobil-Produktion, Zulieferung und Logistik-Dienstleistung ihre Strategien und präsentierten Best Practices.

Im Verlauf des Forums kristallisierten sich neben interkulturellen Unterschieden die Rekrutierung, Qualifizierung und Bindung von Personal sowie die Versorgungssicherheit innerhalb des Produktionsnetzwerks als die größten Herausforderungen heraus. Je nach Unternehmensstruktur haben die Unternehmen verschiedene Lösungsansätze entwickelt, über die in Ingolstadt berichtet wurde. Arne Lakeit, Leiter Produktions- und Werksplanung bei der AUDI AG, beschrieb eingangs, wie mit der Gestaltung des Produktionsnetzwerks auch der weltweite Unternehmenserfolg gestaltet werden kann.

Die anschließende Vortragssequenz „Produktions- und Lieferantennetzwerke länderübergreifend optimieren“ wurde moderiert von Hans-Georg Frischkorn, Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Lars Bäumann, Leiter Behältermanagement Konzern, Volkswagen AG, Wolfsburg, sprach über die Grenzen der Internationalisierung in der logistischen Prozesskette. Einhergehend mit der steigenden Internationalisierung beobachtet er auch eine zunehmende Komplexität der Produktionsnetzwerke und Warenströme. Laut Bäumann sieht VW zum Beispiel in der weitestmöglichen Standardisierung der Prozesse und Lokalisierung der Produktion eine Möglichkeit, die Versorgung mit Teilen sicher zu stellen.

Thema des Senior Vice President von Case New Holland, Luc Billiet, war die Integration durch Standardisierung bei globalen Supply Chains. Dass das internationale Wachstum des Unternehmens hauptsächlich durch Zusammenschlüsse mit und Übernahmen von anderen Unternehmen erfolgte, stellt Case New Holland vor ganz besondere Herausforderungen. 30.000 Mitarbeiter arbeiten an Standorten mit jeweils sehr unterschiedlichem historischem und kulturellem Hintergrund in 170 Ländern weltweit. Standardisierung und Optimierung haben oberste Priorität, um dieses Unternehmensnetzwerk steuern und kontrollieren zu können. Dabei muss laut Billiet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Standardisierung und Anpassung an lokale Eigenheiten gewahrt bleiben, damit sowohl die Produkte als auch die Unternehmenskultur, Prozesse und Qualitätsmaßstäbe akzeptiert werden.

„Logistikstrukturen an weltweiten Standorten gestalten“ war der Titel der zweiten Vortragssequenz, moderiert von Prof. Thomas Wimmer, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der BVL. In diesem Rahmen beschrieb Jürgen Weets, Leiter Logistik von FAW VW in Changchung, China, die Herausforderungen für die Logistik auf dem Produktions- und Absatzmarkt China. Für Weets sind das insbesondere die Personalrekrutierung und das Personalmanagement. Absolventen stünden kaum zur Verfügung, Mitarbeiter aus anderen Ländern von einem Einsatz in China zu überzeugen sei schwierig. Duale Ausbildungsmöglichkeiten wie in vielen europäischen Ländern gebe es nicht. Durch das vollkommen andere Hierarchieverständnis der Chinesen könne es zudem schnell zu Reibungsverlusten bei der Mitarbeiterführung kommen.

Dr. Jörg Biesemann, Director Logistics Automotive Asia/Pacific bei Continental Automotive Asia Pacific Co. Ltd, Shanghai, China, schilderte seine Erfahrungen bei der Einbindung lokaler und globaler Lieferanten zur Versorgung chinesischer Werke. Er macht die interessante Beobachtung, dass sich schon jetzt aus Kostengründen neue Produktionsstätten nicht mehr in den „teuren“ Gegenden wie der Region Shanghai, sondern eher in Zentralchina ansiedeln. Als eine der großen Herausforderung in China sieht er die fehlende Markenloyalität

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