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Hafen Hamburg lässt die Krise hinter sich

Mit 121 Millionen Tonnen Gesamtumschlag ist der Hamburger Hafen im Jahr 2010 wieder auf Wachstumskurs gegangen. Neben der erfreulichen Entwicklung der deutschen Wirtschaft erholten sich im Laufe des Jahres 2010 auch die für den Hamburger Hafen wichtigen Marktregionen im Ostseeraum und in Osteuropa. Dies brachte sowohl im Stückgut- als auch im Massengutumschlag deutliche Zuwächse im Vergleich zum Krisenjahr 2009.

Hafen Hamburg lässt die Krise hinter sichDiese Pressemitteilung enthält einen Nachrichtenfilm von Marcus Walter: Bericht der Pressekonferenz des Hamburg Hafen Marketing e.V. vom 7. Februar 2011.



7,9 Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) gingen 2010 über die Hamburger Kaikanten und brachten dem Containerumschlag ein Plus von 12,7 Prozent. Bei einer weiterhin positiven Entwicklung der Weltwirtschaft und einer damit verbundenen Stabilisierung und Zunahme der weltweiten Warentransporte per Seeschiff erwartet der Hamburger Hafen auch 2011 ein deutliches Wachstum im Seegüterumschlag.

Claudia Roller, Vorstand vom Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM), präsentierte heute auf der Hafen Hamburg Jahrespressekonferenz das Umschlagergebnis 2010. „Wir freuen uns sowohl beim Stückgut als auch beim Massengut über ein erfreuliches Umschlagergebnis. Mit einem Seegüterumschlag von 121 Millionen Tonnen wurden 2010 rund 11 Millionen Tonnen mehr im Hamburger Hafen umgeschlagen als 2009“, erläuterte Roller. „Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise führte 2009 auch in Hamburg zu einem starken Einbruch des Seegüterumschlags. Wir sind 2010 noch nicht wieder bei den Umschlagmengen, die wir gerne hätten und haben im Containerverkehr trotz der guten Aufholentwicklung im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2010 das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht“, sagte Claudia Roller. „Aufgrund der uns vorliegenden volkswirtschaftlichen Daten rechnen wir damit, im ersten Halbjahr 2012 wieder an die Rekordzahlen von 2008 anknüpfen zu können“, ergänzte sie.

Für 2011 erwartet die Hafenexpertin, dass die anziehende Außenwirtschaft in Osteuropa und Russland in Kombination mit einer weiter wachsenden deutschen Außenwirtschaft zu einer positiven Entwicklung des Seegüterumschlags im Universalhafen Hamburg führen wird. Hinzu kommt, dass die Volksrepublik China, der wichtigste Außenhandelspartner des Hamburger Hafens im Containerverkehr, seit 2010 wieder für wachsende Warenströme im Seeverkehr sorgt. „Der Hamburger Hafen konnte bereits 2010 als wichtige Drehscheibe der Asien- und Chinaverkehre mit Nordeuropa und den Ostseestaaten von dieser positiven Entwicklung profitieren und kann für 2011 mit einem Gesamtwachstum knapp unter 10 Prozent rechnen“, prognostizierte Roller. Vor diesem Hintergrund sagte Bürgermeister Christoph Ahlhaus: „Dieser Erfolg hat viele Urheber, stellvertretend möchte ich mich heute ausdrücklich bei dem Hafen Hamburg Marketing e.V. für die erfolgreiche Arbeit bedanken. Dass die wirtschaftliche Leistung unserer Stadt ? das Bruttoinlandsprodukt ? an das Niveau vor der Krise angeknüpft hat, ist ein großer Erfolg, um den uns viele beneiden. Wir haben allen Grund, die vor uns liegenden Herausforderungen mit Optimismus anzugehen.“

Auch Wirtschaftswissenschaftler und Forschungsinstitute prognostizieren für 2011 eine Zunahme des Welthandels. IWF und OECD gehen von einem Welthandelswachstum von 7 bis 8 Prozent in 2011 aus. Unter der Annahme einer weitgehend störungsfreien Expansion der Weltwirtschaft ist damit zu rechnen, dass sich auch die Aufwärtsentwicklung der deutschen Wirtschaft in 2011 g der Flottenstruktur auf dem Nord-Ostsee-Kanal entwickeln sich die engen Kurven und die Querschnittsabmessungen des Kanals im zunehmenden Maße zum Engpass für den Verkehrsablauf. „Um die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Kanals für den Verkehr zu verbessern und um den wirtschaftlichen Vorteil einer NOK-Passage weiter zu erhalten, ist auch aus Hamburger Sicht der Ausbau des Kanals dringend erforderlich. Im transeuropäischen Verkehrswegesystem trägt der Nord-Ostsee-Kanal maßgeblich zur Entlastung der zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen stoßenden Landverkehrsträger bei“, erläuterte Claudia Roller.

„Der in Europa mit großem Abstand höchste Anteil im Seegütertransport per Eisenbahn, das in Nordeuropa dichteste Netz an Feederverbindungen in den Ostseeraum, der wachsende Anteil der per Binnenschiff transportierten Güter und die große Auswahl an Unternehmen für den Gütertransport per LKW machen Hamburg zur führenden Hafen- und Logistikregion“, betonte Claudia Roller, die sich auch positiv über die Entscheidung Hamburgs zur Teilnahme am „25-Meter-LKW Feldversuch“ äußerte. Hamburg sei mit seinen inner- und außerhalb des Hafens gelegenen Lager- und Logistikzentren, die hervorragende direkte Anbindung an Autobahnen, Hafen und KV-Terminals das größte Güter- und Logistikzentrum Deutschlands und sollte deshalb innovative Transportlösungen im Güterverkehr fördern.

Erfreulich ist auch die Zunahme des konventionellen Stückgutumschlags , der 2,6 Millionen Tonnen (+ 5,4 Prozent) erreichte. Besonders der Export von Projektladung und Fahrzeugen hatte mit 1,1 Millionen Tonnen (+ 19,5 Prozent) einen großen Anteil an diesem Ergebnis. „Der Umschlag von nicht containerisierter Ladung ist vor dem Hintergrund einer hohen Wertschöpfung und wachsender Exportmengen für die Hafenwirtschaft von hohem Wert. Zahlreiche Betriebe bieten Spezialdienstleistun gen und besonderes Equipment, wie z.B. Verladekräne für besonders schwere Anlagenteile, für den Transport und Umschlag von Schwergut an. In erfolgreicher Kooperation mit Hamburgs Partnerhäfen entlang der Elbe und ihren Seitenkanälen werden Projektladungen vermehrt per Binnenschiff im Vor-lauf in den Hamburger Hafen gebracht, für den Seetransport verpackt und dann auf Seeschiffe verladen“, erläuterte Roller.

Der Massengutumschlag , der 2010 ein Gesamtergebnis von 40,3 Millionen Tonnen (+ 9,5 Prozent) erreichte, brachte dem Hafen den hauptsächlichen Zuwachs auf der Importseite beim Greifergut. So erreichten die Importe von Eisenerz aufgrund der steigenden Stahlproduktion im Binnenland mit 9,3 Millionen Tonnen ein Plus von 60,7 Prozent. Der Import von Flüssiggütern konnte 2010 mit 10,3 Millionen Tonnen ein Plus von 8 Prozent verzeichnen. Vor allem der Import von Rohöl (+ 9 Prozent) und Mineralölprodukte (+ 14,3 Prozent) brachte hier den Zuwachs. Der Sauggutbereich verfehlte mit einem Import-Ergebnis von 3,3 Millionen Tonnen ganz knapp das Vorjahresniveau (- 0,8 Prozent). Der Import von Getreide erreichte 632.000 Tonnen und damit ein Plus von 33,9 Prozent.

Der Export von Massengut blieb 2010 insgesamt mit 10,3 Millionen Tonnen um 9,3 Prozent unter dem überdurchschnittlich guten Vorjahresergebnis. Sowohl der Export von Getreide als auch anderem Sauggut blieb deutlich unter dem außergewöhnlich guten Ergebnis von 2009. Beim Greifergut wurden 3,2 Millionen Tonnen im Export umgeschlagen (+ 23,5 Prozent). Mit 2,2 Millionen Tonnen wurde dieser Umschlagsektor vom Export von Düngemitteln dominiert, der ein Plus von 28,6 Prozent erzielte. Der Export von Flüssigladung, zum überwiegenden Teil Mineralölprodukte, blieb 2010 mit einer Gesamtmenge von 3,8 Millionen Tonnen mit 21,6 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.

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