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Luftbrücke zwischen Tunesien und Linz

Die wochenlangen Ausschreitungen und Unruhen in Tunesien brachten den Fähr- und kommerziellen Linienflugverkehr komplett zum Erliegen. Insbesondere für Unternehmen aus der Automobilindustrie hatte dies schwerwiegende Auswirkungen:

Beispielsweise wird ein Großteil der in europäischen Autos verbauten Kabelbäume in Tunesien produziert. Die Lieferung erfolgt im Just-in-Time Prinzip. Dies bedeutet, dass Rohstoffe und Bauteile erst bei Bedarf geliefert werden und umgehend in die Produktion einfließen, es gibt meist keine Zwischenlagerung dieser Elemente. Lieferengpässe von Rohstoffen können folglich schnell zu einem Stillstand der Produktion und somit zur Lieferunfähigkeit führen.

Chapman Freeborn hat unmittelbar auf diese Notsituation reagiert und im Auftrag eines Kunden am 15. Januar einen Frachtflug mit Automobilteilen aus dem Krisenherd organisiert. Erschwert wurde die Situation durch die am Tag zuvor verhängte Ausgangssperre, die die Zulieferung an den Airport aufgrund des fehlenden Personals nahezu unmöglich machte. Trotz dieser komplexen Voraussetzungen war es den Charterspezialisten möglich, den Flug reibungslos abzuwickeln.

Nach Sondierung der Lage, begann Chapman Freeborn am 17. Januar mit der Planung einer Luftfrachtbrücke, um eine kontinuierliche Versorgung sicherzustellen. Rohstoffe für die Automobilproduktion sollten nach Tunesien eingeflogen aber auch bereits fertiggestellte Produkte ausgeführt und ins restliche Europa verteilt werden. Als Drehscheibe für die Auslieferung der Produkte, wählte Chapman Freeborn den zentral gelegenen blue danube Airport in Linz.

Bereits in der Vergangenheit konnten viele Projekte in Kooperation mit dem Flughafen Linz erfolgreich abgewickelt werden. Insbesondere die schnelle Erteilung der Landerechte, die flexiblen Öffnungszeiten sowie das engagierte Handling, hat die Distribution unter den erschwerten Bedingungen erheblich erleichtert, so Chapman Freeborn.

Für die Luftbrücke waren zwei Flugzeuge des Typs IL76 im Einsatz, die eine Ladekapazität von 180 cbm bzw. 45t aufweisen. Beide Maschinen pendelten täglich zwischen Tunesien und Linz. Insgesamt wurden etwa 630 Tonnen Fracht zwischen den beiden Destinationen bewegt.

„Solche Projekte sind immer wieder eine besondere Herausforderung für uns und anderseits auch Gegenstand unseres täglichen Geschäfts. In den vergangen 38 Jahren konnten wir bereits eine Vielzahl dieser Notfallsituationen mit Erfolg meistern. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Expertise. Unseren global aufgestellten Kunden der Automobilbranche helfen wir somit, ihre internationalen Supply Chains gegen Außeneinflüsse abzusichern“, so Stefan Kohlmann, Managing Director von Chapman Freeborn Deutschland. „Die erfolgreiche Realisierung dieses Projektes ist aber nicht zuletzt auch auf die gute Zusammenarbeit mit dem Flughafen Linz zurückzuführen.“

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