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Senator International: Statusbericht Japan

Am Flughafen Narita (Tokyo) läuft die Exportabfertigung derzeit weitgehend normal so berichtet Senator International. Ab 03.04.11 bedient auch Lufthansa Cargo wieder täglich mit MD11 Vollfrachter die japanische Metropole. Importsendungen müssen vorab vor Ort abgestimmt werden. Die Provinzen Miyagi, Iwate und Fukushima können für Vor- und Nachläufe nicht bedient werden.

Der Flughafen Haneda fertigt aktuell keine Exporte aus Japan heraus ab. Importe laufen weitgehend normal, müssen jedoch analog zu Narita vorab avisiert und auf Machbarkeit geprüft werden. Lufthansa Cargo prüft derzeit jede Sendung auch auf den Flughäfen Osaka und Nagoya vor Verladung mittels Strahlenmessgerät. Sendungen mit einer Strahlung von +10 Mikrosievert werden nicht verladen. Bei der Ankunft in Frankfurt und München werden die Flugzeuge äusserlich auf dem Rollfeld noch einmal auf mögliche Kontamination geprüft. Die Zollbehörden führen Stichprobenmessungen durch. Als Grenzwerte gelten aktuell allgemein +1 Mikrosievert: Meldung und Eintrag sowie +5 Mikrosievert: Vorsorglicher Stopp der Sendung und Einschaltung der zuständigen Landesbehörde für weitere Massnahmen. Lebensmittel unterliegen strengeren Richtlinien.

Der Hafen von Tokyo arbeitet weitgehend normal. Vor- und Nachläufe in den Nordosten von Honshu sind jedoch schwierig. Im Hafen von Osaka läuft die Abfertigung reibungslos.

Gemäss Informationen des Bundesamtes für Strahlenschutz gilt 0,1 Mikrosievert pro Stunde als unbedenkliche Dosis. Der Eingreifrichtwert liegt bei 10 Mikrosievert. Zum Vergleich: Die natürliche Strahlenbelastung liegt in Deutschland bei 2000 Mikrosievert pro Jahr.

Mitte April werden Containerschiffe in Europa erwartet, die zum Zeitpunkt des Reaktorunglücks in der Region waren. Erster Anlaufhafen ist meist Rotterdam. Die dortige Hafenbehörde verlangt von jedem Schiff aus Asien einlaufend die letzten 10 Anlaufhäfen aufzulisten und erstellt einen Fragenkatalog für Kapitäne. Mögliche Radioaktivität an Bord soll geprüft werden.

„Auch wenn wir von einem konkreten Bedrohungsszenario derzeit weit entfernt sind, ist es erforderlich, sich vorbeugend und umfassend auf alle Eventualitäten vorzubereiten“, sagt der Bremer Senator für Wirtschaft und Häfen, Martin Günthner. Auch in Hamburg wird beabsichtigt, Kontrollmessungen durchzuführen.

Die MOL PRESENCE passierte das Gebiet von Fukushima in rund 120 Kilometer Entfernung. Bei einer Messung im chinesischen Hafen Xiamen wurde erhöhte Strahlenbelastung festgestellt. Daraufhin wurde das Schiff mit 4698 Containern an Bord zurück nach Japan geschickt.

Reedereien wie Hapag Lloyd und Hamburg Süd laufen Tokyo derzeit nicht an. Hapag Lloyd vernichtet Container aus einem Umkreis von 100 Kilometern rund um Fukushima.

Senator prüft Möglichkeiten, auf Wunsch eintreffende Sendungen komplett auf eventuelle Strahlenbelastung zu kontrollieren.

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