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Und wann kommt jetzt der Chef?

Während der Messe transport logistic in München lud die BVL erstmals zu einer aktuellen Stunde mit dem Thema „Frauen in der Logistik“ ein. Die Resonanz war lebhaft, die Diskussion spannend und zeigte: Frauen brauchen für den Erfolg keine Quote, sondern eine faire Beurteilung nach Qualifikationen und etwas mehr „Mumm“.

Brauchen Frauen mehr Mumm und bessere Netzwerke, um in der männerdominierten Logistik Karriere zu machen? Wie überzeugt eine junge Frau gestandene Lagerarbeiter von ihren Chefqualitäten? Und welche Rolle spielt der Mann an der Seite einer erfolgreichen Frau? Diese und viele weitere Fragen diskutierten Frauen und Männer während einer von der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e. V. veranstalteten aktuellen Stunde zum Thema „Frauen in der Logistik“ im Rahmen der transport logistic 2011 in München. Durch das Programm führten die Moderatoren Frauke Heistermann, als Mitglied des Vorstands der BVL und Mitglied der Geschäftsleitung der AXIT AG selbst eine Logistikerin in Führungsposition, und Prof. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der BVL.

Die drei erfolgreichen Logistikerinnen Annegret Eberhardt-Cakir, Logistikleitung China-Highspeed-Projekte der Siemens AG, Bettina Wagener, Geschäftsführerin der CHEP Deutschland GmbH, und Katharina von Helldorff-Mager, Managerin der 4flow AG, stimmten mit kurzweiligen und teilweise sehr persönlichen Vorträgen auf das Thema ein. Während Eberhardt-Cakir ihren Kolleginnen mitgab, dass es für den Erfolg manchmal nur drauf ankomme einfach zu machen und nicht lange zu zögern, betonte Bettina Wagener besonders die Bedeutung von Netzwerken für den Erfolg. Eine Frauenquote dagegen sieht die CHEP-Geschäftsführerin kritisch: „In der idealen Berufswelt braucht es keine Quote, denn Posten werden dann nur noch nach Qualifikation und Persönlichkeit vergeben“. Katharina von Helldorff-Mager hob in ihrem Vortrag hervor, dass hervorragende Leistungen auch ohne eine dauerhafte Präsenz im Büro erbracht werden. Wichtiger als die permanente Anwesenheit seien Leidenschaft, Eigeninitiative und Selbstbewusstsein.

In einer lebhaften Diskussion im Anschluss vertieften Rednerinnen und Publikum gemeinsam die Herausforderungen der Frauen in logistischen Berufen. Auf die Frage nach der Vereinbarkeit der Familie mit den anspruchsvollen Tätigkeiten der Rednerinnen betonte Bettina Wagener auch die Bedeutung des gegenseitigen Verständnisses in der Partnerschaft für die Verpflichtungen des anderen.

Moderatorin Frauke Heistermann unterstrich die in jeder Ortschaft unterschiedlichen Qualitäten der Kinderbetreuung und fügte schmunzelnd hinzu: „Gerade eine logistische Ausbildung hilft jedoch auch Kinder, Partner und Beruf unter einen Hut zu bringen“.

Auch wenn alle drei Rednerinnen von Erfahrungen berichten konnten, in denen es ihnen die männlichen Kollegen und Geschäftspartner nicht leicht gemacht haben, sehen sie jedoch auch die Frauen in der Pflicht, aktiv leitende Funktionen in der Logistik einzufordern. Neben der mitunter fehlenden Entschlossenheit der Frauen seien auch die viel zu wenigen Bewerbungen von Frauen auf Führungspositionen ein wichtiger Grund für den niedrigen Frauenanteil auf den logistischen Chefsesseln.

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