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EBS: Einflüsse und Ergebnisse einer nachhaltigen Unternehmensstrategie

Nachhaltigkeit sei ganz wichtig, wird behauptet. Spiegelt sich dieser Wunsch auch in den tatsächlichen strategischen Prioritäten von Unternehmen wider? Eine neue Studie des Supply Chain Management Institute (SMI) der EBS Business School zusammen mit dem Beratungs- und ITDienstleistungsunternehmen Logica zeigt, was beim Thema Nachhaltigkeit Wunsch und was Wirklichkeit ist.

Der grüne Bürger trennt den Müll und knipst das Licht aus, wenn er das Zimmer verlässt. Was machen Unternehmen? Die meisten Unternehmen sind in diesen Tagen so sehr damit beschäftigt, den Aufschwung mitzunehmen und die Umsatzverluste aus der überstandenen Krise auszugleichen, dass die Vermutung nahe liegt, die Nachhaltigkeit werde erst einmal hintangestellt. Dass genau dies nicht der Fall ist, zeigt die Studie an über 100 Unternehmen aus unterschiedlichen Industrien: Nachhaltigkeit ist Prioritätsziel für alle Branchen. Ein Ziel, das auf höchster strategischer Ebene verhandelt und verfolgt wird.

Wobei es einen deutlichen Unterschied zwischen den einzelnen Unternehmen gibt, wie Studienleiter Dr. Andreas Potzner erklärt: „Wir unterscheiden in der Studie zwischen Top- und Low-Performern. Dabei haben wir festgestellt, dass wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen dem Thema Nachhaltigkeit doppelt so viel Aufmerksamkeit schenken wie es weniger erfolgreiche tun.“

Interessant ist, dass Nachhaltigkeit sich nicht in erster Linie als konkurrenzgetriebenes Bestreben erweist: Investoren, Mitarbeiter, Lieferanten und eben auch Wettbewerber spielen nur eine Nebenrolle als Treiber für Nachhaltigkeit. Die wichtigsten Treiber sind nach Auskunft der befragten Unternehmen die eigene Unternehmensführung, Regierungen und Kunden.

Überraschend, dass Unternehmen bei ihren Nachhaltigkeitsbemühungen endlich einmal nicht vom Profitdenken getrieben zu sein scheinen: Es ist nicht die Aussicht auf einen möglichen Preisaufschlag dank grünem Label, die Unternehmen zur Nachhaltigkeit motiviert. Es ist vielmehr die explizite Kundennachfrage und die Angst, diese Kunden zu verlieren. Wenn aber diese reale Angst ein Treiber ist, warum sind dann noch nicht alle Unternehmen schon viel nachhaltiger? Das liegt an den zwei Bremsfaktoren Money & Management: mangelnde Zahlungsbereitschaft der Kundschaft und mangelndes Commitment der Unternehmensführung. Die wichtigste Studien-Erkenntnis für den „zahlengetriebenen“ Manager dürfte sein: Es gibt einen eindeutig messbaren Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Unternehmensperformance.

Je mehr Maßnahmen ein Unternehmen zur Verringerung der Umweltbelastung durch seine Produktion und zur nachhaltigen Entwicklung realisiert, desto besser ist seine wirtschaftliche Performance. Je intensiver Unternehmen Aktivitäten wie die Modernisierung der Fahrzeugflotte oder die Zusammenstellung der Transportmodi nach Aspekten der Nachhaltigkeit verfolgen, desto nachhaltiger ist voraussichtlich auch ihr Wettbewerbsvorteil verglichen mit dem Industriedurchschnitt. „Dieses Studienergebnis zerstört einen hartnäckigen Mythos, nämlich das leider immer noch weit verbreitete Vorurteil, dass Nachhaltigkeit nur Geld kostet. Es ist genau umgekehrt: Wer in Nachhaltigkeit investiert, hat das bessere Ergebnis“, meint Steven Blythe, Sector Head Trade, Transport & Industrial und Mitglied der Geschäftsführung von Logica in Deutschland.

Die Studie liefert neben den statistisch fundierten Erkenntnissen auch konkrete Praxishilfe: Mit Hilfe der Umfragedaten können die SMI-Forscher und Logica als Beratungsunternehmen interessierten Managern Empfehlungen geben, wie sie ihr Unternehmen nachhaltiger und somit auch erfolgreicher gestalten können.

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