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Weniger Biodiesel aus Abfall- und Reststoffen

In Deutschland verkaufter Biodiesel wird immer seltener aus Abfall- und Reststoffen produziert. Lag deren Anteil bei Biodiesel im Jahr 2009 noch bei etwa fünf Prozent, sank er nach Angaben der Produzenten im vergangenen Jahr auf rund ein Prozent. Grund hierfür ist, dass der deutsche Gesetzgeber hinsichtlich des Verkaufs von Biodiesel aus Abfall- oder Reststoffen nur schwer zu überwindende Hürden geschaffen hat.

Obwohl es im Zuge der aktuell diskutierten Energiewende erklärtes Ziel ist, eine möglichst breite Rohstoffbasis für die Biomassenutzung zu erschließen, soll sich an der problematischen rechtlichen Situation trotz einer aktuellen Überarbeitung der Bioenergiegesetzgebung nichts ändern.

Ganz im Gegenteil: Ab dem kommenden Jahr soll nach der derzeitigen Gesetzeslage etwa Biodiesel aus Tierfett, einem Reststoff der Lebensmittelindustrie, überhaupt nicht mehr zum Einsatz kommen. „Es ist paradox: Während von der Europäischen Kommission und in allen europäischen Ländern Anreize geschaffen werden, damit die Biokraftstoffindustrie Biodiesel aus Abfall- und Reststoffen herstellt, werden wir in Deutschland ohne sachlichen Grund ausgebremst“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). In anderen Ländern der Europäischen Union könne Biodiesel aus Abfall- und Reststoffen nicht nur ohne Einschränkungen eingesetzt werden, sondern dessen Verwendung werde dort sogar gezielt gefördert. Er forderte, dass die Bundesregierung die deutschen Gesetze so anpasst, dass auch in Deutschland Biodiesel aus allen verfügbaren Abfall- und Reststoffen eine Zukunft hat.

„Wir fordern die Bundesregierung auf, den heimischen Markt für die deutsche Industrie aufrecht zu erhalten und einen sachfremden, unbegründeten Sonderweg für Biodiesel aus Abfall- und Reststoffen zu verlassen. Die Bundesregierung riskiert hier ein teures und völlig unnötiges Vertragsverletzungsverfahren auf europäischer Ebene. Sie verhindert die Nutzung von Biodiesel, der im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen 83 Prozent weniger Treibhausgase emittiert“, sagte Baumann.

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