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Akuter Fahrermangel in der Automobillogistik

Keine Besserung sehen die Mitglieder des Vereins Automobillogistik im DSLV e.V. (AML) mit Blick auf die Kapazitätsengpässe in ihrer Branche. Auf ihrer Jahrestagung am 26. Mai in Luxemburg berichten sie von enormen Problemen bei der Suche nach Fahrpersonal.

Danach sei es äußerst schwierig, neue und für dieses Geschäft speziell qualifizierte Fahrer zu finden. Die Forderung der Industrie nach einer Ausweitung der Kapazitäten zu erfüllen, sei vor diesem Hintergrund ein sehr ernstes Problem, moniert Konrad Lehner, Vorsitzender des AML.

Dies ist kaum verwunderlich wenn man die Alterstruktur im Fahrerbereich insgesamt betrachtet. Heute sind knapp 36 Prozent der Fahrer älter als 50 Jahre aber nur zwei Prozent jünger als 25 Jahre. Vor diesem Hintergrund wird Deutschland auch unter Berücksichtigung der erwarteten Zunahme im Transportbereich einen jährlichen Bedarf von etwa dreißig- bis fünfzigtausend Fahrern haben. „Fahrer zu sein ist heute ein extrem anstrengender Beruf, der auch entsprechende Qualifikationen erfordert. Und gerne“, so Lehner weiter, „würden unsere Unternehmen ihren Leuten die entsprechenden Löhne zahlen. Dies lässt die Ertragssituation in vielen Fällen aber nicht zu.“

Wie aus einer internen Umfrage hervorgeht, fürchtet der AML, dass Fahrpersonal zu anderen Branchen abwandert und weitere Kapazitätsreduzierungen im ohnehin schon knappen Fuhrpark drohen. Das kurzfristige Anmieten von Lkw durch einige Hersteller stellt keine Lösung dar, weil diese zwangsläufig teurer sind als Regelverkehre. Aus Lehners Sicht ist es daher dringend erforderlich, dass die Transportpreise der aktuellen Kostensituation deutlich angepasst werden. „Wir können keine LKW auf die Strasse schicken, ohne kostendeckende Umsätze zu erzielen. Dabei ist es selbstverständlich, dass Preise und Löhne deutlich steigen müssen, sonst werden keine neuen Lkw auf den Markt kommen, sondern im Gegenteil durch den Ausfall von gutem Fahrpersonal weitere Kapazitäten weg brechen.“

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