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Short Sea-Wachstum braucht gute Rahmenbedingungen

Um den Kurzstreckenseeverkehr als Alternative zum Straßentransport zu stärken, besteht Handlungsbedarf bei den Rahmenbedingungen. Dies ist der Tenor auf dem vierten European ShortSea Congress mit seinen 150 Teilnehmern, am 29.06.2011 in Hamburg.

Zu den dort diskutierten Themen gehören der Abbau von Zollhürden in der Seeschifffahrt innerhalb des EU-Binnenmarktes sowie ein lösungsorientierter Umgang mit der bevorstehenden Schwefelreduzierung des Treibstoffes in Nord- und Ostsee.

Das Blue Belt Projekt, welches die EU dieses Jahr angestoßen hat, sei eine wichtige Initiative. Dessen Ziel sei es, die zolltechnische Administration in der intra-europäischen Schifffahrt zu vereinfachen, damit der Verkehrsträger nicht länger gegenüber der Straße benachteiligt würde, erklärt Michael Behrendt, Präsident des Verbandes Deutscher Reeder (VDR). Seit Mai läuft der diesbezügliche Test unter der Federführung der European Maritime Safety Agency (EMSA), an dem 250 Schiffe beteiligt sind.

Die Auswirkungen der Einführung der neuen Schwefelgrenzwerte thematisiert Dr. Arndt-H. von Oertzen, Geschäftsführer des SPC-Mitgliedes TT-Line. „Die Verpflichtung zur Einführung von etwa 70 Prozent teurerem Gasöl mit einem Schwefelgehalt von 0,1 Prozent in den Emission Control Areas (ECA) ab 2015 wird unweigerlich zu einer eheblichen Rückverlagerung von Lkw-Verkehr auf die europäischen Autobahnen führen, mit insgesamt verschlechterter Umweltbilanz.“ Denn es fehle an Alternativen, die rechtzeitig bereitstünden. So sei beispielsweise die Scrubber-Technologie zur Abgasreinigung für große Ropaxtonnage noch nicht marktreif. Deshalb fordert Dr. von Oertzen, den Aufbau von Testanlagen zur Beschleunigung der technischen Entwicklung entsprechend voranzutreiben.

Einen positiven Trend im Kurzstreckenseeverkehr beobachtet Dirk Wessels, Line Manager bei der Hamburger Container-Linienreederei OPDR: „Die Nachfrage nach verlässlichen, temperaturkontrollierten Logistiklösungen innerhalb Europas steigt seit Jahren kontinuierlich.“ Aus seiner Unternehmenspraxis berichtet das SPC-Mitglied, dass sich die Kunden zunehmend für den Short Sea-Verkehr als verlässliche und umweltfreundliche Transportalternative zum Lkw entschieden.

Genau in diesem Bereich setzt die Arbeit des Short Sea Shipping Inland Waterway Promotion Center (SPC) an, das gemeinsam mit Verladern die Möglichkeiten zur Verlagerung auf den Kurzstreckenseeverkehr auslotet. Dabei ist die Erfahrung des SPC-Geschäftsführers Markus Nölke: „Viele der Verlader können bei näherer Betrachtung stärker die Potentiale von Short Sea-Verkehren in ihre Supply Chain integrieren.“ Denn Vorteile wie Umweltfreundlichkeit, Kosten, Sicherheit und Zuverlässigkeit sprächen eindeutig für den Kurzstreckenseeverkehr. Mit seinem Team hat er daran mitgewirkt, den diesjährigen European ShortSea Congress nach Deutschland zu holen.

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