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DB zieht positive Bilanz der Wettbewerbsentwicklung in Deutschland

Die deutschen Schienenverkehrsmärkte sind seit der Bahnreform 1994 stark gewachsen. Im Personenverkehr nahm die Verkehrsleistung bis 2010 um 27 Prozent, im Güterverkehr sogar um knapp 52 Prozent zu.

Wettbewerber haben sich kontinuierlich substantielle Marktanteile erarbeitet. „Die Ergebnisse zeigen: Bei uns in Deutschland funktioniert der Wettbewerb auf der Schiene!“, zieht der DB-Vorstandsvorsitzende Dr. Rüdiger Grube eine positive Bilanz bei der Vorstellung des Wettbewerbsberichts 2011. Die zehnte Ausgabe des Wettbewerbsberichts war für die DB Anlass, die Markt- und Wettbewerbsentwicklungen über einen längeren Zeitraum zu analysieren.

Erfreulicherweise konnten die Eisenbahnverkehrsmärkte im vergangenen Jahr besonders deutlich von der wirtschaftlichen Erholung profitieren und dadurch ihre Wettbewerbsposition gegenüber den anderen Verkehrsträgern wieder ausbauen. Eine Abschwächung der seit Jahren dynamischen Wettbewerbsentwicklung ist nicht zu erkennen. In Deutschland erbringen die Wettbewerber im Güterverkehr mittlerweile über ein Viertel der gesamten Verkehrsleistung, im Personennahverkehr werden 21,6 Prozent der bestellten Zugkilometer von anderen Bahnen gefahren.

Das Wettbewerbsumfeld in Deutschland wird laut Grube im Wesentlichen von drei Diskussionsfeldern bestimmt:

1. Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende muss auch von der Verkehrsindustrie nachvollzogen werden. Alle Verkehrsträger zusammen verbrauchen etwa 30 Prozent der gesamten Energie in Deutschland. Die Deutsche Bahn als größter Einzelverbraucher mit einer Energierechnung von ca. 2,5 Milliarden Euro im Jahr stellt sich der großen Herausforderung. Allerdings benachteiligten die energiepolitischen Rahmenbedingungen nach wie vor den klimafreundlichen Schienenverkehr etwa beim Emissionshandel oder bei Energiesteuern und -abgaben. „Aus meiner Sicht ist jetzt der Zeitpunkt, um die Wettbewerbsbedingungen für die Schiene gerade zu rücken“, erklärt Grube. Schließlich würden von verbesserten Rahmenbedingungen nicht nur die DB, sondern alle Bahnen in Deutschland profitieren.

2. Zudem stellte Grube fest, dass die erfolgreiche Entwicklung der DB AG in einem zunehmend rauen Wettbewerbsklima stattfindet. Dabei ärgere es ihn, wenn in öffentlichen Debatten die Diskriminierungs- und Behinderungsvorwürfe gerade von anderen Staatsbahnen nicht hinterfragt würden. Die Bahnen profitierten in ihren Heimatmärkten von Einschränkungen beim Netzzugang. Man müsse ihre Vorwürfe also strategisch verstehen und entsprechend einordnen.

3. Schließlich ist nach Ansicht von Grube vor allem die erfolgreiche Entwicklung der DB AG auch der eigentliche Grund für die gerade in Europa wieder besonders intensiv geführte Strukturdebatte. Es gehe schon lange nicht mehr um das bessere Ordnungsmodell. Internationale Studien und kritische Diskussionen in den Ländern mit getrennten Bahnmodellen bestätigen die sehr guten Ergebnisse des deutschen Bahnreform-Ansatzes. „Wir brauchen die politische und rechtliche Klarstellung, dass das deutsche Eisenbahnmodell zulässig und vor allem diskriminierungsfrei ist“, forderte Grube. Die Debatte müsse endlich ein Ende finden.

Grube unterstrich noch einmal, dass der Wettbewerb in Deutschland seit der Bahnreform 1994 sehr gut in Gang gekommen ist und ordentlich funktioniert. Jetzt seien andere Länder am Zug, ihre Märkte zu öffnen und für ähnliche Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.

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