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Flughafenkoordinator vergibt nächtliche Slots an Luftfrachtgesellschaften

Zweimal im Jahr teilt der Flughafenkoordinator der Bundesrepublik Deutschland den Fluggesellschaften lange vor Inkrafttreten der saisonalen Flugpläne die beantragten Slots zu. Für den Winterflugplan 2011/2012 in Frankfurt wurde dabei erstmals die neue Landebahn Nordwest berücksichtigt.

Mehrere Frachtfluggesellschaften hatten Nachtflüge beim Flugkoordinator beantragt. Nun wurden gemäß Planfeststellungsbeschluss der Hessischen Landesregierung und unter Vorbehalt der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes den beiden am Standort beheimateten Frachtairlines fast alle der 17 gemäß Planfeststellung zulässigen Slots für Nachtflüge in der Zeit zwischen 23 und 5 Uhr zugeteilt.

Die Initiative „Die Fracht braucht die Nacht“ begrüßte die Zuteilung der wichtigen Slots: „Mit den zugeteilten Nachtflügen kann Frankfurt seine Rolle als zentraler Knotenpunkt im weltweiten Frachtflugverkehr derzeit aufrechterhalten. Zugleich bedeutet der Winterflugplan für die Anwohner eine massive Reduzierung der nächtlichen Flüge und damit eine deutliche Lärmminderung,“ so Ewald Heim, Geschäftsführer der Initiative. Dies sei allerdings nur dadurch erreicht worden, dass Fluglinien, die Ihre Heimatbasis nicht am Standort Frankfurt haben, keine beantragten Slots für die Nachtflüge erhalten haben. Dies bedeute, so Heim, für das Logistikdrehkreuz Frankfurt bereits eine wahrnehmbare Schwächung. Noch restriktivere Regelungen würden die Wettbewerbsfähigkeit von Deutschlands größter Luftverkehrsdrehscheibe noch massiver beeinträchtigen, warnte der Geschäftsführer der Initiative.

Heim unterstrich: „Wir hoffen darauf, dass Politik und Öffentlichkeit erkennen, dass die Durchführung von Nachtflügen am größten Flughafen für den Wirtschaftsstandort Deutschland unerlässlich ist. Wir hoffen weiter, dass das Bundesverwaltungsgericht uns in dieser Auffassung bestätigt und zumindest die im Planfeststellungsbeschluss vorgesehenen Nachtflüge für Rechtens erklärt.“

Zu den Mitgliedern der Initiative gehören derzeit 16 Verbände und Einzelunternehmen, darunter der Verband der Automobilindustrie (VDA). Angesichts der aktuellen Entscheidungen zum Winterflugplan in Frankfurt betonte Dr. Kay Lindemann, Mitglied der VDA-Geschäftsführung die Bedeutung von Nachtflügen für die produzierende Industrie: „Als exportstarke Industrienation braucht Deutschland Nachtflüge. Natürlich müssen die Interessen der Flughafen-Anwohner und der Umweltschutz berücksichtigt werden, aber gerade Frankfurt als eines der wichtigsten Drehkreuze für den Frachtverkehr in Europa darf nachts nicht komplett still stehen. Denn das würde -auch und besonders für die Unternehmen in der Automobilindustrie- zu erheblichen Nachteilen im internationalen Wettbewerb führen.“

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