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Lang-Lkw entlastet die Umwelt

Die Einführung von Lang-Lkw kann eine wesentliche Entlastung für Umwelt, Transportgewerbe und Verbraucher sein. Darüber waren sich trotz kontroverser Diskussion der Spediteur Ulrich Boll, der ADAC-Verkehrsexperte Björn Dosch und Dr. Kay Lindemann, stellvertretender Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie (VDA), einig. In einem von MAN initiierten Gespräch tauschten die Experten ihre unterschiedlichen Positionen zum Für und Wider der 25-Meter-Trucks aus.

So genannte Lang-Lkw sind in mehreren europäischen Ländern bereits im Einsatz. In Deutschland soll ein bundesweiter Feldversuch klären, ob und unter welchen Umständen diese Fahrzeugkombinationen erlaubt werden könnten. Die Sattelzüge, auch Euro-Combis genannt, sind mit 25,25 Metern rund 6,5 Meter länger als die längsten heute zugelassenen Lkw. In der Diskussion, die in der aktuellen Ausgabe der Unternehmenszeitschrift „MAN Forum“ wiedergegeben wird, gingen die Meinungen darüber teilweise deutlich auseinander. Während der ADAC-Experte Dosch auf die mangelhafte Infrastruktur für den Einsatz von Lang-Lkw und die verschärfte Gefahr unerlaubter Überladung verwies, betonte Dr. Lindemann vom VDA, die Flexibilität des Lkw-Einsatzes. Zudem befürworte sogar das Deutsche Bahn-Unternehmen DB Logistics den geplanten Feldversuch. Der Spediteur Boll sieht ebenfalls keinen Konflikt zum Schienenverkehr. Lang-Lkw seien auf der Fahrt zu Bahnterminals und zurück günstiger als herkömmliche Lkw. „So machen sie die Schiene möglicherweise sogar attraktiver.“

Boll betonte den praktischen Nutzen der verlängerten Kombinationen. Spediteure würden heutzutage zu 80 bis 90 Prozent Volumentransporte durchführen: „Wir fahren keine Stahlplatten mehr für die Montanindustrie, sondern bewegen vor allem kleinteilige, hochwertige und leichte Güter.“ Die Spediteure würden dabei schon aus eigenem wirtschaftlichem Interesse für eine möglichst hohe Auslastung sorgen. Dadurch könnten zwei Lang-Lkw soviel transportieren wie drei herkömmliche. In seinem Betrieb spare er so jährlich 295 000 Kilometer und 9 400 Liter Diesel.

Einig waren sich die Experten über die Begrenzung der Fahrzeuge auf 40 Tonnen Gesamtgewicht sowie die grundsätzlichen Bedingungen, unter denen der Lang-Lkw auch in Deutschland eingeführt werden könnte. ADAC-Fachmann Dosch: „In den Niederlanden dürfen Lang-Lkw auf den Autobahnen fahren sowie auf bestimmten, geprüften Nebenstrecken. Das wäre möglicherweise ein Vorbild.“ Dem pflichtete auch Dr. Lindemann bei und folgerte: „Das hilft allen: der Umwelt, dem Transportgewerbe und dem Verbraucher.“

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