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Kühne + Nagel findet Frankfurt gut

20 plus. Das ist eine starke Nummer. Um diese Prozentzahl sind die Luftfrachtexporte Kühne + Nagels in den ersten drei Monaten 2011 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Jedenfalls in der Vertriebsregion Zentraleuropa, wozu bei K+N die Einzelmärkte Deutschland, Schweiz und Niederlande zählen. Verantwortet wird dieses aufkommensstarke Großgebiet von Klaus Jäger, dem Cargochef von K+N in Zentraleuropa.

Ein beachtlicher Start in das laufende Jahr, für den er drei zentrale Gründe nennt: „Wir waren sehr erfolgreich bei der Akquise von Neugeschäft, haben vom starken wirtschaftlichen Wachstum unserer Bestandskunden profitiert und darüber hinaus gab es erheblichen Schub beim Lufttransport leicht verderblicher Waren“, den sogenannten Perishables.

Zentraleuropa trägt erheblich zum weltweiten Cargoaufkommen von K+N bei. Letzteres dürfte 2011 die magische Grenze von einer Million Tonnen deutlich überschreiten. Laut Zielvorgabe des Programms „Go for Growth“ will Kühne + Nagel bis Ende 2013 die jährliche Gesamtmenge auf über 1,3 Millionen Tonnen steigern. „Das schaffen wir, zumindest wenn ich die Entwicklung in Zentraleuropa als Maßstab nehme“, sagt Jäger.

Ein Blick in das 14.500 Quadratmeter umfassende Umschlagzentrum seines Unternehmens in der Frankfurter CargoCity Süd bestätigt: Die Halle ist bis unter die Decke mit Sendungen prall gefüllt. „Man sieht, dass wir nicht unter mangelnder Auslastung leiden“, sagt er zufrieden beim Anblick der vielen Boxen und Packstücke. Um hinzuzufügen: „Etwa fünfzig Prozent unseres gesamten Cargoaufkommens in der Region Zentraleuropa läuft über den Frankfurter Flughafen.“

Und was ist, sollte das Bundesverwaltungsgericht im Herbst per Beschluss ein Nachtflugverbot verfügen oder die Verkehre zwischen spätabends und frühmorgens sehr stark einschränken? „Das würde den Standort deutlich schwächen“, reagiert Jäger spontan. Ganze Frachtströme würden dann abwandern. Beispielsweise nach Paris, Maastricht, Amsterdam, Hahn oder vielleicht auch Lüttich. Jedenfalls zu benachbarten Airports, meint Jäger, die rund um die Uhr geöffnet sind.

Käme es dazu, würde eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, die den Exportstandort Deutschland erheblich schwächen dürfte. Negative Auswirkungen hätte dies auch auf die Logistikunternehmen in der CargoCity Süd, die in Erwartung wachsender und langfristiger Luftfrachtumsätze erheblich investiert haben.

Darf nachts in Frankfurt nicht mehr geflogen werden, „beeinträchtigt das unser Geschäft, vor allem was sensible Produkte wie Perishables angeht“. Als Folge würde K+N dort investieren, wo leicht verderbliche Waren pausenlos umgeschlagen werden können. „Zum Beispiel in Amsterdam, denn die sind im Bereich der Perishables schon heute erstklassig aufgestellt“, findet Jäger.

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