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Zusammenarbeit von Logistik und Gesundheitswirtschaft führt zu hohem Optimierungspotential

Die Gesundheitswirtschaft unterliegt einem großen Wandel mit steigendem Kostendruck und hohen Ansprüchen an die Mitarbeiter. Vielen Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen fehlen Vergleichszahlen, um Optimierungspotentiale darzustellen und Fortschritte bei bereits eingeleiteten Verbesserungsprozessen zu bewerten.

Die Verbundpartner der Fraunhofer SCS, dem Logistik-Kompetenz-Zentrum (LKZ), der Universität Bayreuth sowie der Hochschule und dem Klinikum Ingolstadt haben mit dem Projekt BELOUGA (Benchmarking logistischer Unterstützungs- & Dienstleistungsprozesse im Gesundheitswesen und in industriellen Anwendungen) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Förderbewilligung von über 2,0 Millionen Euro erhalten.

Ziel des Verbundprojektes BELOUGA ist es, das in den 1990er Jahren im Bereich des produzierenden Gewerbes entwickelte Konzept des Benchmarking fortzuentwickeln. Benchmarking, der systematische Vergleich von Unternehmensprozessen und das „Lernen von den Besten“, folgen traditionell den Gesetzmäßigkeiten der industriellen Fertigung. Im Zuge des seit Jahren anhaltenden Strukturwandels gewinnen Dienstleistungen weiter an Bedeutung. Bereits im Jahr 2008 wurden 69 Prozent der Wertschöpfung in Deutschland im tertiären Sektor erwirtschaftet. Dieser Strukturwandel zeigt sich ganz besonders in zwei Bereichen: Zum einen sorgen Megatrends wie der demografische Wandel im Gesundheitswesen für eine immer höhere Leistungs- und Kostenbelastung. Zum anderen gewinnt der Bereich der Kontraktlogistik, eine hochspezialisierte Art der Logistik, immer mehr an volkswirtschaftlicher Bedeutung. Beide Bereiche sind durch die Erstellung von komplexen und voneinander abhängigen Dienstleistungsprozessen gekennzeichnet. Im Mittelpunkt des Projektes stehen die unterstützenden Dienstleistungsprozesse, die zur Wertschöpfung von Dienstleistungen vonnöten sind. Bis dato werden diese Bereiche von Produktivitätssteigerungen und systematischen Verbesserungen weitgehend ausgespart.

Ziel ist es, die praktizierte Benchmarking-Methodik auf ihre Anwendbarkeit für unterstützende Dienstleistungen zu überprüfen und in Richtung eines „wertschöpfungsorientierten“ Benchmarking weiterzuentwickeln. „Ein wichtiges Augenmerk des Forschungsverbundprojektes liegt in der späteren Anwendbarkeit der Projektergebnisse“, so Karl Fischer, Geschäftsführer des LKZ. Anhand eines zu entwickelnden Softwarewerkzeugs und zugehörigen Lernkonzeptes wird die spätere Umsetzung in die Unternehmenspraxis sichergestellt. Die Lern-Cockpit-Software visualisiert in vereinfachter Darstellung, welche Effekte eine Veränderung eines Dienstleistungsprozesses auf die Wertschöpfung im Unternehmen besitzt. Das BMBF-Verbundprojekt und die Umsetzung in die Unternehmenspraxis sind bis Mitte 2014 geplant. Weitere Informationen zum Forschungsprojekt BELOUGA finden Sie unter www.Belouga.de.

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