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Rampenproblematik: BGL legt Verhaltensempfehlungen vor

Die unhaltbaren Zustände an vielen Handels-, aber auch Industriestandorten, haben den Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. veranlasst, seinen Mitgliedern eine „Verhaltensempfehlung für einen fairen Umgang der Beteiligten an Be- und Entladestellen (Handelsrampen)“ zur Verfügung zu stellen.

Im Rahmen eines intensiven Meinungsaustauschs mit Vertretern des Handels wurden Probleme bei der Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten sowie den vielfach sozial unverträglichen Arbeitsbedingungen an den Rampen erörtert. Letztlich erhielten die Vertreter des Handels jedoch kein Mandat, sich am Entwurf eines gemeinsamen Verhaltenskodex an Handelsrampen zu beteiligen. Der BGL bedauert dies außerordentlich und stellt die in den Arbeitskreisen ausgearbeiteten Vorschläge zur Verbesserung der Rampensituation seinen Mitgliedern „einseitig“ zur Verfügung. Diese sollen dazu dienen, auf Unternehmensebene die Thematik zu diskutieren und Problembewusstsein zu erzeugen.

Die Empfehlungen aus den Arbeitskreisen enthalten u.a. den Hinweis, dass Vereinbarungen zum Abfertigungsvorgang beim Warenempfänger, mit dem das Transportunternehmen meist keine vertragliche Vereinbarung hat, bereits in den Vertragsverhandlungen mit dem Auftraggeber (i.d.R. dem Warenversender oder dem Spediteur) zu regeln sind. Dies betrifft auch die Mitarbeit des Fahrers beim Entladen oder die Vergütung von Standzeiten. In jedem Falle sollte für eine vertraglich „wasserfeste“ Vereinbarung in der Transportkette gesorgt werden, damit der „rechtsfreie Raum“ Handelsrampe geregelt wird.

Die Verhaltensempfehlungen sind außerdem als Diskussionspapier geeignet, um mit betroffenen Verladerunternehmen, die sowohl an einer „effizienten“ als auch an einer „sozialen Rampe“ interessiert sind, menschengerechtere und effizientere Regelungen abzustimmen. In diesem Zusammenhang mahnt der BGL im persönlichen Umgang zwischen Rampenpersonal und Fahrer angemessenere Formen an und fordert die Einhaltung der Arbeitsstättenverordnung. Dazu gehören z.B. sozialverträgliche Aufenthaltsmöglichkeiten und der ungehinderte Zugang zu sanitären Einrichtungen für die Fahrer.

Um weitere Verbesserungen der Rampensituation zu erreichen, liegt der Ball nunmehr aber auch beim BMVBS, dem angesichts der „Ohne-mich-Haltung“ der Auftraggeber die Moderatorenrolle zufällt. Dies sieht auch der Aktionsplan Güterverkehr und Logistik so vor, der eine „Optimierung der Abläufe an Laderampen“ zum Inhalt hat (Maßnahme 2 J). Die verkehrsträgerübergreifende Effizienzsteigerung bei logistischen Abläufen und gute Arbeitsbedingungen sind eine Gemeinschaftsaufgabe, der sich keiner entziehen darf.

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