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Polen rückt näher an die deutschen Seehäfen heran

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und der Bahnoperateur Polzug Intermodal haben einen Hub-Terminal im polnischen Posen eröffnet. Die hochmoderne Anlage ? die erste dieser Art in Polen ? erlaubt erstmals den Einsatz von täglichen Shuttlezügen zwischen den nordeuropäischen Seehäfen und Posen. Allein zwischen Hamburg und Posen verkürzt sich die Transportzeit um etwa ein Drittel.

In Posen bündelt Polzug Intermodal von nun an Schienengütertransporte aus den nordeuropäischen Seehäfen ? vor allem Hamburg und Bremerhaven ?, um sie von dort sternförmig in ganz Polen weiterzuverteilen. Großer Vorteil des Standortes Posen ist neben der zentralen Lage im West-Ost-Verkehr auch ein hohes lokales Ladungsaufkommen.

Durch die Inbetriebnahme des Hub-Terminals und tägliche Shuttlezug-Verbindungen rückt die dynamische Wirtschaftsregion Posen näher an die nordeuropäischen Seehäfen heran. So verringert sich die Fahrtzeit zwischen Hamburg und Posen von bisher 18 auf 12 Stunden. Zudem lassen sich die Transporte deutlich flexibler und zuverlässiger gestalten.

Insgesamt investierte HHLA Intermodal Polska, ein Tochterunternehmen der HHLA, rund 15 Millionen Euro in den neuen Hub. Der Bahnoperateur Polzug, der den Terminal betreibt, hat sich mit 1 Million Euro beteiligt. Polzug betreibt in Polen bereits ein dichtes Terminalnetzwerk mit Standorten unter anderem in Kattowitz (Dabrowa Gornicza), Breslau (Wroclaw) und Warschau (Pruszkow).

Der Hub-Terminal wurde am Dienstag vom polnischen Vizeminister für Infrastruktur, Andrzej Massel, von HHLA-Vorstand Dr. Sebastian Jürgens und Polzug-Geschäftsführer Walter Schulze-Freyberg feierlich eröffnet. Zu der Einweihung waren zahlreiche Gäste aus Transportwirtschaft, Schifffahrt und Logistik erschienen. „Erstmals verbinden wir die nordeuropäischen Seehäfen und die Wirtschaftsregion Posen mit täglichen Shuttlezügen. Das ist für den Kombinierten Verkehr in Polen ein Meilenstein“, sagte Polzug-Geschäftsführer Walter Schulze-Freyberg.

In der Startphase pendeln zwischen Hamburg und Posen täglich bereits drei bis fünf Shuttlezüge. Der Vorteil: Sie können im Seehafen „bunt beladen werden“ ? das heißt ohne Rücksicht auf dengenauen Zielort in Polen. Auf dem Hub-Terminal Posen werden dann die Container gebündelt und je nach Destination auf innerpolnische Züge zu den entsprechenden Terminals umgeladen beziehungsweise lokal direkt per Truck zugestellt. Das steigert die Gesamtproduktivität des Systems und macht es zukunftsfähig. „Mit diesem für Polen neuen Produktionskonzept bieten wir unseren Kunden schnelle, zuverlässige und nachhaltige Transporte auf höchstem Niveau“, erklärte Schulze-Freyberg.

Der Hub in Posen verfügt zurzeit unter anderem über vier ganzzugfähige Gleise mit einer Länge von jeweils 610 Metern. Sie ermöglichen die Abfertigung der täglichen Shuttlezüge ohne Rangieraufwand. Das beschleunigt das Abfertigungstempo. Für Polzug sind Shuttlezüge auch deshalb sehr attraktiv, weil die Züge mit gleichbleibenden Wagengarnituren hin- und herpendeln und Loks und Waggons so optimal eingesetzt werden können. „Das erhöht die Effizienz des Polzug-Systems deutlich“, sagte Schulze-Freyberg. Auf dem Hub-Terminal werden zudem alle Dienstleistungen angeboten, die Reeder und Spediteure heute nachfragen.

Der Hub in Posen ist ein weiterer Baustein in der Strategie der HHLA, durch den gezielten Ausbau des Hinterlandnetzwerkes mit den Bahnoperateuren Polzug, Metrans und Transfracht den Containertransport auf der Schiene zwischen dem Hamburger Hafen und dem Hinterland für die Kunden so attraktiv wie möglich zu gestalten.

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