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Deutsche Post und Ver.di einigen sich auf Generationenvertrag

Die Deutsche Post AG und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben sich vorzeitig auf ein umfassendes Paket zur nachhaltigen Zukunftssicherung des Briefgeschäfts geeinigt.

Bei den Tarifverhandlungen für die rund 130.000 Arbeitnehmer des Unternehmens in Deutschland haben die Parteien ein flexibles und zukunftsweisendes Modell zur Gestaltung und Ermöglichung altersgerechter Arbeit, eine Verlängerung des Beschäftigungspaktes und die Einführung um durchschnittlich 4 Prozent reduzierter Einstiegslöhne bei Neueinstellungen vereinbart.

„Die Einigung ist ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Stabilisierung des Briefergebnisses bei einer Milliarde Euro und schafft zusätzlichen Spielraum, um auf die künftigen Entwicklungen in einem schrumpfenden Briefmarkt reagieren zu können,“ sagte Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post DHL. ?Damit stärken wir unsere Wettbewerbsposition und sichern Arbeitsplätze.“

Zukunftsweisender Generationenvertrag

Der Generationenvertrag ermöglicht älteren Arbeitnehmern die aktive Teilnahme am Arbeitsleben bis zum Erreichen der gesetzlichen Rente und sichert so das Wissen und die Erfahrung älterer Mitarbeiter für den Betrieb. Gleichzeitig schafft der Vertrag Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen. So werden im nächsten Jahr mehr als 1.000 geeignete Auszubildende übernommen und zum Jahreswechsel mindestens 1.500 befristet Beschäftigte ein unbefristetes Angebot erhalten.

Konkret wird dabei das Instrument der gesetzlichen Altersteilzeit ergänzt um so genannte Zeitwertkonten und einen Demografiefonds. Zeitwertkonten bieten den Mitarbeitern die Möglichkeit, Guthaben während der aktiven Arbeitsphase anzusparen. Erstmalig richtet die Deutsche Post einen so genannten Demografiefonds ein. Mit den Beiträgen aus diesem Fonds erhöht das Unternehmen die Auszahlungen an die Mitarbeiter während der Altersteilzeit. Der Fonds speist sich aus einer entsprechenden Anrechnung zukünftiger Lohnerhöhungen.

„Wir haben uns bei den Verhandlungen teilweise auf absolutem Neuland bewegt. Die Tarifparteien haben mit der Einführung von Zeitwertkonten und Demografiefonds in das System der bestehenden Tarifverträge ein in dieser Form bisher noch nicht bekanntes Instrument geschaffen. Dieses eröffnet neue Gestaltungsmöglichkeiten und bietet attraktive Modelle für ältere Mitarbeiter, mit reduzierter Arbeitszeit bis zur Rente im Betrieb zu arbeiten,“ sagte Walter Scheurle, Personalvorstand der Deutschen Post DHL.

Neue Gestaltung des Lohnsystems für Neueinsteiger

Die Tarifparteien einigten sich auf die Einführung neuer Einstiegslöhne bei der Deutschen Post in Deutschland. Die Löhne für neue Mitarbeiter werden dadurch um durchschnittlich 4 Prozent abgesenkt. So erhalten z.B. neu eingestellte Briefzusteller künftig 10,70 Euro statt bislang 11,13 Euro pro Stunde. Beschäftigungssicherung und Arbeitszeit Außerdem wird der laufende Beschäftigungspakt ? d.h. der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen ? bis zum 31.12.2015 verlängert. Weiterhin bleiben die Vereinbarungen zur zuschlagsfreien Überzeit, zum Verzicht auf freie Tage an Heiligabend und Silvester sowie die Reduzierung der Kurzpausen erhalten.

Darüber hinaus haben die Tarifparteien ab dem 1. Januar 2012 neue, am Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ausgerichtete Urlaubsregelungen vereinbart. Diese Regelungen orientieren sich an der Länge der Betriebszugehörigkeit und nicht mehr am Lebensalter.

Fremdvergabe

Wie bisher bleiben 990 Paketzustellbezirke an Servicepartner fremdvergeben. Im Bereich Transport wird die Fremdvergabe ausgedehnt: So wird bis 2015 die Anzahl eigener Fahrer von derzeit 3.600 auf 2.600 reduziert. In der Briefzustellung wird weiterhin auf die Fremdvergabe von Zustellbezirken verzichtet. Alle Regelungen zur Fremdvergabe gelten bis zum 31.12.2015.

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