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BDB: Investitionsbedarf an nordrhein-westfälischen Wasserstraßen

Nordrhein-Westfalen ist das Binnenschifffahrtsland Nr.1 in Deutschland. Mit 124 Millionen Tonnen Gütern wurden im Jahr 2010 über 50 Prozent des Güterverkehrs mit Binnenschiffen in Deutschland in NRW abgewickelt. 25 Prozent des Güterverkehrsaufkommens im Land entfällt auf die Binnenschifffahrt.

Das Schiff transportiert in NRW damit mehr Güter als die Bahn. Jedoch existiert trotz allem noch ein erheblicher Investitionsbedarf an den Flüssen und Kanälen: Engpässe wie insbesondere zu geringe Schleusenkammerlängen und Brückendurchfahrtshöhen im westdeutschen Kanalgebiet verhindern, dass die Binnenschifffahrt ihr volles Potential ausspielen kann.

Darauf hat BDB-Präsident Dr. Gunther Jaegers am 7. Oktober 2011 auf einer vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen veranstalteten Konferenz zur Binnenschifffahrt im Haus der Unternehmer in Duisburg hingewiesen. „NRW muss sich auf ein Wachstum beim Verkehrsträger Binnenschifffahrt vorbereiten. Engpässe, die die Leistungsfähigkeit des umweltfreundlichen und zuverlässigen Verkehrsträgers bedrohen, müssen deshalb schnellstmöglich beseitigt werden“, so Dr. Jaegers. Exemplarisch nannte er dabei die 80 Jahre alten Schleusen am Wesel-Datteln-Kanal.

„Heute vernachlässigte Infrastrukturen sind definitiv die Schulden von morgen?, lautete der Appell des Verbandspräsidenten für eine aktive Investitionspolitik an Bundeswasserstraßen. Vor rund 130 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Politik und Verbänden erhielt er dabei Unterstützung von NRW-Verkehrsminister Harry K. Voigtsberger. Dieser sicherte zu, sich verstärkt für die Belange der Binnenschifffahrt in Nordrhein-Westfalen einzusetzen. Voigtsberger mahnte die generelle Unterfinanzierung der Wasserstraßen durch den Bund an. NRW stelle trotz angespannter Haushaltslage in diesem Jahr rund 12 Millionen Euro für den Ausbau der Wasserstraßen bereit.

Rund 18 Millionen Tonnen passieren derzeit jährlich die Schleuse Friedrichsfeld am Wesel-Datteln-Kanal vom Rhein auf dem Weg zu den Kunden unter anderem in der Chemieindustrie oder bei den Kraftwerken. Nach der Prognose zum Bundesverkehrswegeplan 2015 sollen es 24 Millionen Tonnen werden. Für 2025 gehen die Prognostiker von 38 Millionen Tonnen aus. Am Datteln-Hamm-Kanal soll die Tonnage von jetzt sechs auf 30 Millionen Tonnen bis 2025 wachsen.

Im Hinblick auf das zentrale Thema „Arbeitsplatz Binnenschifffahrt“ führte Dr. Jaegers aus, dass sich die Binnenschifffahrt auch in den Bereichen Forschung und Bildung großen Herausforderungen stellen muss. Aufgrund der Altersstruktur in der Branche sei neben einer verstärkten Anwerbung von jungen Menschen für die Binnenschifffahrtsberufe eine kontinuierliche Qualifizierung des nautischen Personals dringend erforderlich. Die Bedeutung der bestehenden Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen wie dem „Schulschiff Rhein“, dem Schiffer-Berufskolleg Rhein und dem Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST) hob er dabei ausdrücklich hervor. Zudem müsse die Aufmerksamkeit der Speditionskaufleute bei der Wahl des Transportmittels stärker auf das Binnenschiff gelenkt werden.

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