Newsticker

Dynamik der deutschen Industrie lässt nach

Das Wachstum der deutschen Industrie ist im September fast zum Erliegen gekommen. Darauf deutet der saisonbereinigte Markit/://www.bme.de“ target=“_blank“>(BME)-Einkaufsmanager-Index (EMI) hin, der gegenüber August um 0,6 Punkte auf 50,3 Zähler nachgab und damit den tiefsten Stand seit zwei Jahren erreichte. Auch der Langzeit-Durchschnittswert von 52,3 Zählern wurde erheblich unterschritten. Gleichwohl hält sich der wichtige Frühindikator für die Konjunkturentwicklung in Deutschland seit 24 Monaten über der Marke von 50 Punkten. Ab dieser Schwelle wird Wachstum signalisiert.

„Unsere Einkäufer berichten uns von nach wie vor gut gefüllten Auftragsbüchern. Allerdings verunsichert die anhaltende Euro-Krise viele Marktteilnehmer und drückt damit auf die Stimmung der Wirtschaft“, betonte Dr. Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), in Frankfurt.

„Den aktuellen EMI-Daten zufolge lässt die Dynamik der deutschen Industrie nach. Allerdings trotzt der Index immer noch der Wachstumsschwelle von 50 Punkten“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), dem BME. So seien die derzeit kursierenden Rezessionsängste deutlich übertrieben. Dies zeige sich auch in der Komponente Produktionswachstum des EMI, die im September gegenüber dem Vormonat schon wieder zulegte. Die nachlassende Auftragslage erlaube es nunmehr, endlich die aufgelaufenen Auftragsbestände etwas zu reduzieren. Der Preisdruck auf der Einkaufs- und Verkaufsseite geht laut Traud zurück.

Die Industrieerzeugung gewann mit 52,0 im September gegenüber dem 25-Monatstief vom August (51,7) zwar wieder etwas an Fahrt, der Teilindex unterschritt jedoch erneut seinen Langzeit-Durchschnittswert von 54,2 Punkten. Hauptverantwortlich für die gedämpfte Produktion war der beschleunigte Rückgang beim Neugeschäft. Das dritte Auftragsminus in Folge fiel im September mit 46,4 so hoch aus wie seit Juni 2009 nicht mehr. Geschadet hat dem Neugeschäft der Global Player und KMU nicht nur die generelle Konjunkturabkühlung, sondern auch die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der weltweiten Nachfrage sowie die Schuldenkrise innerhalb der Eurozone.

Bei den Auslandsbestellungen mussten die Branchenakteure mit 45,1 (August: 45,8) das höchste Minus seit Mitte 2009 hinnehmen. Dagegen blieb der Beschäftigungsaufbau im September robust. Allerdings ließ das Tempo zum zweiten Mal hintereinander nach, so dass der saisonbereinigte Teilindex mit 55,7 (August: 56,2) auf den tiefsten Wert seit Oktober 2010 fiel. Der Langzeit-Durchschnittswert von 49,6 Punkten wurde jedoch erneut deutlich übertroffen. Das Beschäftigungswachstum in der deutschen Industrie hält mittlerweile seit eineinhalb Jahren an.

Wegen der verbreiteten Auftragsverluste wurde die Einkaufsmenge so massiv gekürzt wie zuletzt im Juli 2009. In der Folge schrumpften die Bestände an Vormaterialien so deutlich wie seit März 2010 nicht mehr. Die größten Einschnitte bei der Einkaufsmenge vermeldeten die Vorleistungsgüterproduzenten. Die gedämpfte Nachfrage nach Vormaterialien und Rohstoffen sorgte dafür, dass sich die Liefersituation merklich entspannte. So verkürzten sich die durchschnittlichen Lieferzeiten in der deutschen Industrie im September erstmals seit 25 Monaten wieder leicht.

Aufgrund der weltweit nachlassenden Nachfrage nach Vormaterialien und Rohstoffen sanken die Einkaufspreise im September (52,4 nach 55,5 im August) auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Preissteigerungen vor 22 Monaten. Seit seinem Rekordhoch im Februar 2011 hat der Teilindex kontinuierlich nachgegeben. Der Anstieg der Verkaufspreise verlangsamte sich zum dritten Mal hintereinander und fiel mit 52,0 (August: 53,0) Punkten so niedrig aus wie zuletzt vor anderthalb Jahren. Ausschlaggebend hierfür war neben dem abgeschwächten Kostenauftrieb der verschärfte Wettbewerb.

Der „Markit/BME-Einkaufsma

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*