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Aufstieg der Logistik zu einem zentralen Faktor der Massenkonsumgesellschaft

Die Liberalisierung von Post- und Telekommunikationsdiensten, der Wegfall der Zollkontrollen in Europa, die Globalisierung der Konsumgüterproduktion sowie der Internethandel haben in den vergangenen 20 Jahren eine logistische Revolution ausgelöst. Zu diesem Ergebnis kommt das neue Buch „Die logistische Revolution – Der Aufstieg der Logistik in der Massenkonsumgesellschaft“ des Kasseler Wirtschaftsforschers Prof. Dr. Richard Vahrenkamp.

„Die Globalisierung lenkt große Ströme von Containern beladen mit Konsumgütern von Asien in alle Teile der Welt“, erklärt Vahrenkamp. Der Internethandel habe eine wahre Flut von Paketen ausgelöst, die von Paketdienstleistern ins Haus getragen würden: „Dieses alles sind Geschäftsfelder der Logistik.“

Der Aufstieg der Logistik zu einem zentralen Faktor der Massenkonsumgesellschaft ist das Thema des Buches. Stand zunächst die Eisenbahn als Verkehrsträger im Vordergrund, so verlagerte sich der Warenstrom zunehmend auf den LKW. Ein wesentlicher Auslöser war hier die zunehmende Bedeutung des Stückgutverkehrs. Der LKW war besser zum eiligen Transport kleiner hochwertiger Sendungen geeignet als die Güterwaggons der Bahn. „Letztlich war der Kampf der Eisenbahn gegen die LKW-Transporte aussichtslos, auch wenn die Eisenbahn Jahrzehnte lang den Bundestag und das Verkehrsministerium als Verbündete gewinnen konnte“, erklärt Vahrenkamp. Endpunkt der Entwicklung sei das Jahr 1998 gewesen: „Seinerzeit hat die Bahn den auf die Gesellschaft Bahntrans ausgelagerten Stückgutverkehr vollkommen aufgegeben.“

Fundamentale Veränderungen in der Organisation der Warenströme lassen sich nach Vahrenkamps Analysen vor allem nach dem Wegfall der Zollkontrollen für LKW-Transporte innerhalb der Europäischen Union feststellen. Unterstützt durch diese politische Entscheidung bildeten sich neue Logistiknetzwerke mit Lagerhäusern und Umschlagseinrichtungen, die nahe an Bevölkerungsschwerpunkten angesiedelt und mit LKW-Transporten auf dem Autobahnnetz verknüpft wurden. Das Geschäftsfeld der Eurologistik entstand, da nun Standorte von Lagerhäusern unabhängig von politischen Grenzen gewählt werden konnten, um die Konsumenten im Umkreis von 300 km zu versorgen.

Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die ehemalige Bergarbeiterstadt Lille in Nordfrankreich, von der aus die Ballungsräume London (via Kanaltunnel), Paris, Brüssel und das Ruhrgebiet versorgen werden können. Nach Vahrenkamps Studie hat eine Vielzahl von Faktoren zu den beschriebenen Veränderungen beigetragen. Die Liberalisierung der Postdienste, der Telekommunikationsdienste und des Flugverkehrs in Europa gaben ebenso Impulse wie die Globalisierung der Konsumgüterproduktion und der zunehmende Internethandel.

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