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Gezielt Mitarbeiter gewinnen und halten

Die Frage nach der Fachkräftesicherung ist in Deutschland schon lange in aller Munde. Doch genaue Zahlen für Branchen und Regionen in Deutschland findet man selten. Auch die genannten Lösungsansätze sind immer die gleichen: Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren sowie Zuwanderung. Doch was verbirgt sich hinter diesen Ansätzen? Dieser Frage ist die Logistik-Initiative Hamburg nachgegangen und veröffentlicht jetzt die Ergebnisse in dem Leitfaden „Demografieorientertes Personalmanagement“. Es ist ein Nachschlagewerk mit Praxisbeispielen aus Logistik-Unternehmen in der Metropolregion Hamburg.

Auch wenn alle Experten weiterhin die Metropole Hamburg attraktiv für „kluge Köpfe“ halten, muss auch hier schon auf die Folgen des demografischen Wandels reagiert werden. Dies gilt auch und insbesondere für die Logistik, denn ohne den Menschen läuft auch hier nichts. Und damit ist klar: Um weiterhin Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit den wirtschaftlichen Erfolg der Region zu erhalten, ist ein nachhaltig demografieorientiertes Personalmanagement notwendig. Prof. Dr. Peer Witten, Vorsitzender der Logistik-Initiative Hamburg: „Es muss das Ziel sein, Mitarbeiter mit langfristig angelegten Strategien sozialverantwortlich und wirtschaftlich sinnvoll zu rekrutieren, zu entwickeln und zu binden.“

Der jetzt erschienene Leitfaden versorgt alle Akteure, die sich mit dem Thema Personalmanagement auseinandersetzen, mit hinreichend Fakten, Methoden und Hintergrundwissen, um die Relevanz der Fachkräftefrage für Unternehmen beantworten zu können. Darüber hinaus bietet er aber auch Beispiele aus der Praxis, die zeigen wie Unternehmen sich und ihre Mitarbeiter bereits heute für die Herausforderungen einer schrumpfenden und alternden Gesellschaft fit machen.

Verschiedene Unternehmen aus der Metropolregion stellen ihre Projekte zur Gewinnung von Fachkräften aber auch in den Bereichen Gesundheitsförderung, Weiterbildung oder Familienförderung vor. Gerade letzteres ist sehr wichtig, denn die Mehrheit der Beschäftigten möchte neben ihrem Beruf Zeit haben, sich um ihre Familien zu kümmern. So ist Familienfreundlichkeit für 72 Prozent der Beschäftigten zwischen 25 und 49 Jahren bei der Arbeitgeberwahl ein wichtiges Kriterium und für 90 Prozent der jüngeren Beschäftigten mit Kindern sogar wichtiger als das Gehalt. Das ergab die Personalmarktstudie 2010, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegeben wurde.

Daher beschäftigt sich auch das Praxisbeispiel des Logistikunternehmens a.hartrodt (GmbH & Co.) KG mit diesem Thema. „Als Mittelständler werben wir damit, für unsere Kunden da zu sein. Wir stehen für Qualität, Verlässlichkeit und wenige Ansprechpartner. Insofern können wir uns keine hohe Fluktuation leisten und müssen Mitarbeiter langfristig an uns binden“, sagt Martin Argendorf, Personalleiter des Logistikunternehmens a. hartrodt (GmbH & Co) KG. Seit 2009 ist das Unternehmen Mitglied im „Hamburger Verbund familienfreundlicher Unternehmen“, der von der Worklife Koordinierungsstelle Familie und Beruf betreut wird. Worklife unterstützt die Unternehmen dabei, jungen wie alten, weiblichen wie männlichen Beschäftigten eine Vereinbarkeit von Lebens- und Arbeitswelt zu erleichtern.

Aber auch für den Fall des Ausscheidens von Mitarbeitern aus dem Unternehmen, egal ob wegen Versetzung, Rente oder Elternzeit zeigt der Leitfaden verschiedene Möglichkeiten auf, wie das Wissen von erfahrenen Mitarbeitern im Unternehmen bleibt.

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