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Von der Schraube bis zur Windelfabrik: Gut verpackt in die Welt

Wer im Internet nach einem gebrauchten Artikel sucht, freut sich meist über das Wort „OVP“. Das Kürzel steht für „Originalverpackung“ und wird von vielen Kaufinteressenten mit „gut geschützt“ gleichgesetzt. Was im Konsumbereich wichtig ist, gilt bei großformatigen Produkten erst recht: „Werden Maschinen- und Anlagenteile oder Grundstoffe für die Pharma- oder Lebensmittelindustrie versendet, erwartet der Käufer eine beanspruchungsgerechte Verpackung. Qualität und Sicherheit zählen beim Transport ? und das weltweit“, bekräftigt der Geschäftsführer des Bundesverbandes Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) e.V., Siegfried von Lauvenberg.

Verpackungen bieten Sicherheit. Nicht nur für die transportierte Ware selbst, sondern auch für den Kunden. Was richtig verpackt bei ihm ankommt, macht einen guten ersten Eindruck. Im internationalen Warenverkehr spielen Holzpaletten und Holzpackmittel deshalb eine herausragende Rolle. Auf und in ihnen wird nahezu alles nahezu überall hin verschickt: Lebensmittel, Möbel, Elektrogeräte, Maschinen. Dabei sind die Wege teilweise verschlungen und abenteuerlich: Großkolli mit Gewichten schwerer als ein 40-Tonnen-Laster, die in einen abgelegenen Hafen sollen oder medizinische Geräte, die letztlich auf einer Graspiste in Afrika landen, sind zwar nicht der Alltag, aber doch gelebtes Verpackungsleben.

Ungewöhnliches Projekt: „Windelmaschinen“ für Australien

Ein Transport zu Lande, zu Wasser oder in der Luft verlangt dem Packgut alles ab. Deshalb müssen die zu versendenden Waren perfekt auf den bevorstehenden Transportmarathon vorbereitet werden. Wie perfekt, dass zeigt ein Projekt des Verpackungsspezialisten hapack aus Montabaur. „Ein namhafter Hersteller von Baby-Windeln trat an uns heran und bat um unsere Unterstützung beim Versand einer kompletten Anlage zur Herstellung von Windeln“, erzählt Geschäftsführer Joachim Hasdenteufel. Der Wert der Sendung lag bei rund fünf Millionen Euro. „30 Packstücke mussten verpackt und für den Versand nach Australien vorbereitet werden. Geschockt hat uns im ersten Moment die Terminplanung des Kunden“, erinnert sich Hasdenteufel. Alles musste sehr schnell gehen, denn man benötigte dringend mehr Produktionskapazität für einen schnell wachsenden australischen Großkunden.

Hoher Zeitdruck und Änderungen am laufenden Band

Für den Versand der Windelmaschinen mussten die australischen Importvorschriften beachtet, Packlisten gefertigt, die Verzollung und der Transport organisiert werden. Wie so oft, wenn es schnell gehen muss, kamen zusätzliche Probleme dazu. „Wir hatten mit falschen Maßangaben des Kunden zu tun. Daher mussten die vorbereiteten Kisten umgebaut werden und statt im Container mussten die Packstücke auf so genannten „Flats“ gestaut werden. Diese sind aber Sonder-Equipment. Kurzfristig geordert hingen diese dann auch noch bei Hochwasser auf dem Rhein fest und konnten anschließend durch einen Tankerunfall auf dem Fluss nicht weitertransportiert werden“, erinnert sich der Unternehmer. Dazu kamen Änderungen des Transportgutumfanges, des Verpackungsinhaltes und der Versandtermine. „Ungeübte Mitarbeiter des Kunden und eine drastische Verkürzung der geplanten Abbau- und Verpackungszeit beim Kunden rundeten dieses ungewöhnliche Projekt ab. Aber wir haben es geschafft und die gesamte Anlage kam pünktlich auf dem australischen Kontinent an ? jetzt werden dort Windeln in großen Mengen produziert“, schmunzelt Hasdenteufel. „Dieser Auftrag ist sicherlich ein gutes Beispiel für die Flexibilitätsanforderungen, mit denen wir tagtäglich zu tun haben“, ergänzt Siegfried von Lauvenberg. „Termin- und sachgerechtes Verpacken in diesen Dimensionen ist eine Kunst, auf die die gesamte HPE-Branche mit Fug und Recht stolz sein kann.“

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