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Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Hamburg und Indien

Der Hamburger Hafen ist innerhalb der EU einer der bedeutendsten Wirtschaftspartner Indiens im seeseitigen Außenhandel. Zur Stärkung der wirtschaftlichen aber auch kulturellen und akademischen Verbindungen beider Länder lud die Hamburger Gemeinschafts-Repräsentanz in Mumbai im November zu ihrer offiziellen Eröffnung ein.

Das bereits seit Anfang des Jahres in Indiens Hauptstadt agierende Repräsentanzen-Büro, unterstützt von Hafen Hamburg Marketing e.V., dem Hamburger Senat sowie der Handelskammer Hamburg, gilt als Ansprechpartner für Vertreter von Politik, Wirtschaft und Kultur aus Hamburg und Indien. Durch Informationsaustausch und verschiedene Veranstaltungen versorgt die vom stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Indischen Handelskammer Peter Deubet in Mumbai geleitete Repräsentanz beide Standorte mit Neuigkeiten zu den Entwicklungen in beiden Regionen.

Zu den aktuellen Neuigkeiten zählt unter anderem die Aufnahme neuer direkter Liniendienste zwischen Hamburg und Indien: Seit Juni wird von der Rickmers-Linie neben dem ostgehenden Dienst nach Indien auch wieder ein direkter Dienst von Indien nach Europa angeboten. Hamburg zählt mit Mumbai und Chennai zu den Haupthäfen in der Rotation. Mit Hilfe von zusätzlicher Tonnage baut die Rickmers-Linie, spezialisiert auf den Seetransport von Projektladung, Schwergut und Stückgüter, ihre Verbindungen mit Indien aus. Insgesamt fünf neue Schiffe mit Krankapazitäten von kombiniert 240 bis 800 Tonnen wurden dem Dienst bislang zugeführt. Auch die Reederei Chipolbrok erweitert ihren Mittelost-Indien-Dienst nach Mumbai ab Dezember 2011 um den Löschhafen Chennai. Hier werden Mehrzweckschiffe mit 300 Tonnen Hebefähigkeit eingesetzt.

Zudem haben die Reedereien Hapag Lloyd und Hamburg Süd ihren Gemeinschaftsdienst zwischen Hamburg und Indien durch den Einsatz größerer Schiffe weiter aufgestockt. Die bisher eingesetzten sieben 4.200 TEU-Schiffe im IOS, dem India Ocean Service, werden durch Schiffe mit einer Kapazität von rund 5.500 TEU ersetzt. Folglich können noch mehr Güter zwischen Hamburg und Indien transportiert werden. Vom IOS werden die indischen Häfen Mumbai-Nhava Sheva und Mundra bedient.

Weltweit liegt die Europäische Union als Handelspartner Indiens auf Platz eins vor den Vereinten Arabischen Emiraten, China und den USA. Deutschland ist mit rund 15,4 Milliarden Euro, die 2010 zwischen der Bundesrepublik und Indien gehandelt wurden, der wichtigste Europäische Handelspartner für Indien. Für 2012 wird ein Handelsvolumen von 20 Milliarden Euro angestrebt. Als bedeutendster Seehafen der Bundesrepublik Deutschland nimmt Hamburg im europäischen Seegüterverkehr mit Indien eine herausragende Stellung ein: Mit rund 2,6 Millionen Tonnen, die 2010 zwischen der Hansestadt und Indien transportiert wurden, ist Hamburg einer der wichtigsten Umschlagplätze Indiens für den europäischen Handel.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Umschlagvolumen zwischen Hamburg und Indien um rund 23 Prozent. Rund 48 Prozent der Gesamttonnage entfallen dabei auf den Export. Hauptsächlich werden Düngemittel, Maschinen/Anlagen, chemische Erzeugnisse bzw. chemische Grundstoffe von Hamburg nach Indien verschifft. Auf der Importseite dominieren vor allem Bekleidung und Textilien, Steinerzeugnisse, sonstige Fertigwaren, chemische Erzeugnisse sowie textile Rohstoffe. Der Import indischer Waren stieg im vergangenen Jahr um rund 40 Prozent. Und auch der deutsche Export in die zweitbevölkerungsreichste Nation hat mit 9 Prozent ein Wachstum zu verzeichnen.

Den weitaus bedeutenderen Teil im Verkehr zwischen Hamburg und Indien macht der Containerumschlag: Mit 180.000 TEU in 2010 dominiert der containerisierte Verkehr den Gesamtumschlag zu rund 85 Prozent. Nach den ersten neun Monaten dieses Jahres ist die Menge der direkt transportierten Container zwischen Hamburg und Indien mit einem Plus von rund 11 Prozen

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