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Studie zum Schienengüterverkehr

Die von der BVL Österreich und der WKÖ-Bundessparte Transport und Verkehr beauftragte Studie „Bedeutung des Schienengüterverkehrs für Standortqualität, Effizienz und Leistungsfähigkeit der verladenden Wirtschaft sowie ein nachhaltiges Verkehrssystem in Österreich“ wird in Kürze fertig gestellt. Erste Ergebnisse wurden bereits von DI Roman Stiftner, Präsident der BVL Österreich und WKÖ-Fachverbandsgeschäftsführer für Bergbau, Stahl und NE-Metallindustrie sowie Mag. Alexander Klacska, WKÖ-Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr und Mitglied des Vorstandes der BVL, im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert.

Die von WIFO und Joanneum Research erstellte Studie fokussiert die Entwicklungen des Schienengüterverkehrs und deren Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort, auf die Energie- und Umweltbilanz und auf das Verkehrsaufkommen. Dabei wurden Unternehmensbefragungen und Experteninterviews durchgeführt.

Anschlussbahnförderung wird halbiert

Über Anschlussbahnen werden mehr als zwei Drittel des innerösterreichischen Schienenverkehrs abgewickelt. „Mit 2013 droht eine Halbierung der Förderung für Anschlussbahnen von 15 auf 7,5 Millionen Euro. Die produzierende Industrie in Österreich braucht funktionierende Anschlussbahnen“, betonte Stiftner. „Anschlussbahnen sind als wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Verkehrsstrategie zu erhalten, geplante Förderungskürzungen zu überdenken. Mit einer direkten Beladung von Waggons am Firmengelände sowie dem Entfall kostspieliger Zwischentransporte und Umladevorgänge am Terminal wird die Effizienz gesteigert“, hielt Stiftner die Vorteile hinsichtlich Kosten und Energiebilanz fest. Wenn man die Förderung der Anschlussbahnen reduziere, gehe langfristiges und mit hohen Investitionen verbundenes Engagement von Unternehmen verloren und es kommt zu einer Verschlechterung der CO2 Bilanz. Stiftner erinnert, dass die Bahn viele Vorzüge aufweist, nachhaltig ist und für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort unerlässlich ist.

Nebenbahnen und Schienengüterverkehr in der Fläche nachhaltig sichern

Im Sinne der Planungssicherheit der verladenden Unternehmen und des effizienten Mitteleinsatzes des Infrastrukturbetreibers müsse rasch ein Konzept für den Schienenverkehr in der Fläche erstellt und umgesetzt werden, forderte Spartenobmann Klacska. „Bei regionalen Nebenbahnen-Infrastrukturen sollten auch die Möglichkeiten zu Effizienzsteigerungen bei Bau und Erhaltung gegenüber Vollbahnen ausgeschöpft werden“.

Zur Aufrechterhaltung der Nebenbahnen seien entsprechende Betriebskonzepte für den Personen- und Güterverkehr zu erstellen, die effiziente Verkehre auf den Strecken ermöglichen. Es könnte in Zukunft auch sinnvoll sein, Nebenbahnen in die Verantwortung von regionalen Gebietskörperschaften wie z.B. Bundesländer zu geben. Damit lässt sich eine bessere Deckung zwischen Verantwortung für Infrastruktur/Dienstleistung und Nutznießern dieser Infrastruktur/Dienstleistung erreichen. Die Konzepte sollten jedenfalls zusammen mit den potentiellen Betreibern, den betroffenen verladenden Unternehmen und den Bezirken und Gemeinden entwickelt werden.

Schienengüterverkehr als Gesamtsystem sehen und stärken

„Die Eisenbahn muss als Netz betrachtet werden. Wenn einzelne Teile des Netzes z.B. durch Stilllegung von Nebenbahnen oder Güterverladeterminals ausfallen, wird das Ge-samtsystem geschwächt, weil auf den verbleibenden Strecken auch der Verkehr des aufgelassenen Streckennetzes wegfällt“, betonte der Spartenobmann. Das erhöhe wiederum die Kosten pro Fahrt und mache den Verkehrsträger unattraktiver. Daher müsse bei jeder potentiellen Reduktion von Infrastruktur auch deren Auswirkungen auf die anderen Teile des Netzes genau evaluiert und berücksichtigt werden.

Lückenschluss und kleine Projekte stärken das System

Derzeit wird bei der Eisenbahninfrastruktur vor allem in Großprojekte

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