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HHLA: Neue Container-Drehscheibe in Tschechien

Die HHLA-Bahntochter Metrans erweitert durch den Bau eines zusätzlichen Hub-Terminals in Tschechien ihr Transportnetzwerk in Mittel- und Osteuropa. Bereits im Frühjahr sollen die Bauarbeiten in Ceská Trebová beginnen. Neben Prag entsteht dort die zweite tschechische Drehscheibe für Containertransporte auf der Schiene.

Metrans, eine Bahntochter der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), investiert in den Bau eines Hubs in Ceská Trebová insgesamt 20 Mio. Euro. Ceská Trebová liegt etwa 180 Kilometer östlich von Prag und ist traditionell ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt in Tschechien.

Mit einer zweiten Container-Drehscheibe in Tschechien treibt die HHLA den Ausbau ihres Hinterlandnetzwerks voran. Erst im Herbst 2011 hatten die HHLA und der Bahnoperateur Polzug einen hochmodernen Hub-Terminal im polnischen Posen eröffnet. „Mit effizienten Hinterlandanbindungen bauen wir den geografischen Lagevorteil Hamburgs systematisch aus. Davon profitieren unsere Kunden, der Hamburger Hafen und die Volkswirtschaften in Mittel- und Osteuropa“, sagte Klaus-Dieter Peters, der HHLA-Vorstandsvorsitzende.

Die HHLA-Tochter Metrans verbindet Tschechien, die Slowakei, Ungarn und weitere Länder der Region durch leistungsstarke Bahnverkehre und Hubs mit den deutschen Seehäfen. Allein zwischen Prag und Hamburg pendeln wöchentlich mehr als 70 Shuttlezüge. Metrans betreibt sechs eigene Inlandterminals, davon dienen die Anlagen in Prag (Tschechien) und Dunajská Streda (Slowakei) als Hubs, die große Mengen vor dem Weitertransport in der Region bündeln. Die vier übrigen Metrans-Terminals sind Zielterminals in Zlín, Pilsen und Ostrava (alle Tschechien) sowie Kosice (Slowakei).

„In Prag konnten wir in den vergangenen Jahren einen der größten Binnenterminals Europas aufbauen. Mit einer weiteren Drehscheibe in Ceská Trebová werden wir in der Lage sein, die Containertransporte von und zu den Seehäfen, insbesondere Hamburg, weiter in Richtung Slowakei, Österreich, Ungarn und östliches Tschechien zu steigern“, erklärte Jiri Samek, Geschäftsführer von Metrans.

In der ersten Baustufe errichtet Metrans in Ceská Trebová einen Terminal mit einer Abfertigungskapazität von etwa 150 Zügen pro Woche und einer Lagerkapazität von zunächst 4.500 Standardcontainern (TEU) ? der Terminal kann in den nächsten Jahren erweitert werden. Die Anlage wird über drei 90 Meter breite Portalkräne und sechs Gleise mit einer Länge von jeweils 700 Metern verfügen. So können in Ceská Trebová Ganzzüge abgefertigt werden, womit aufwendiges und kostenintensives Rangieren entfällt. Der Betriebsbeginn ist für Sommer 2012 geplant. Aufgrund der strategischen Bedeutung einer solchen Drehscheibe für Gütertransporte und die Anbindung Tschechiens an die Seehäfen über die Schiene fördert die Europäische Union das Bauprojekt.

Die Besonderheit des Hubs besteht zudem darin, dass Containerzüge auch mit E-Lokomotiven direkt in den Terminal hineinfahren und nach der Abfertigung den Terminal ohne Rangieren wieder verlassen können. Wie in Prag, ist auch hier der Umschlag direkt von Zug auf Zug möglich, was nicht nur Zeit spart, sondern auch ökologisch vorteilhaft ist. „Unter dem Strich können wir damit im Transitverkehr mehrere Stunden einsparen und auch die kurzen Wege auf dem Terminal bringen einen erheblichen Produktivitätsgewinn“, sagte Samek.

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