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BGL: Transporteure sind keine Mautflüchtlinge

Der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsausschusses Anton Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen) hat sich in einem Interview für eine Ausdehnung der Lkw-Maut auf untere Tonnageklassen ausgesprochen. Er begründet dies mit einem „Boom beim Bau und Verkauf der 11,9-Tonner, weil die nicht der Maut unterliegen“. Nach Feststellung des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V. entspricht diese Behauptung keineswegs den Tatsachen.

Zwar seien die Neuzulassungen bei Lkw über 7,5 t bis 12 t zGG im vergangenen Jahr um rund 2.000 Lkw gestiegen. Im gleichen Zeitraum seien aber die Neuzulassungen bei den mautpflichtigen Lkw über 12 t und Sattelzugmaschinen um fast 11.000 Fahrzeuge angestiegen. Bei diesen Zuwächsen handele es sich aber weder bei den unteren noch bei den oberen Tonnageklassen um einen „Boom beim Bau und Verkauf“ dieser Lkw. Vielmehr seien sie eine logische Folge der Wirtschaftskrise der letzten Jahre, betont der BGL. Durch den gesamtwirtschaftlichen Einbruch war in den Jahren von 2007 bis 2009 die Zahl der Neuzulassungen bei den Lkw über 7,5 t bis 12 t zGG um 35 Prozent, bei den Lkw über 12 t zGG und Sattelzugmaschinen um 62 Prozent gesunken. Die damit einhergehende Überalterung der Fuhrparks führe jetzt zwingend zur Modernisierung. Das komme wegen der moderneren Motoren auch der Umwelt zugute.

BGL: Transporteure sind keine Mautflüchtlinge

Eine Mautausweitung, um einem Ersatz größerer, mautpflichtiger Fahrzeuge durch viele kleine, nicht mautpflichtige Fahrzeuge „Einhalt zu gebieten“, lasse sich mit den amtlichen Zulassungszahlen nicht begründen. Wenn eine Mautausweitung den verkehrspolitischen Zielen der Grünen entspreche, könne diese Vorstellung auch offen vertreten werden. Mit Scheinargumenten, die das Transportlogistikgewerbe in das Zwielicht von „Mautflüchtlingen“ bringen, sei niemandem geholfen, so der BGL.

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