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EMI: Wachstum verzeichnet leichte Delle

Dank einer weiter schwunghaften Industrieproduktion hat die deutsche Wirtschaft auch im Februar 2012 zugelegt. Der saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) bewegte sich mit 50,2 allerdings nur hauchdünn über der Referenzlinie von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird.

Gegenüber Januar musste der wichtige Konjunktur-Frühindikator mit minus 0,8 Zählern empfindliche Einbußen hinnehmen. Dennoch stellt der aktuelle Index im Vergleich zu den Negativwerten des Schlussquartals 2011 eine deutliche Verbesserung dar. „Wir erleben im Moment eine kleine Wachstumsdelle. Ich bin aber zuversichtlich, dass die Konjunktur schon bald wieder auf einen soliden Expansionspfad zurückkehrt“, betonte Dr. Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), in Frankfurt. Sorge bereite dem Verband die Entwicklung der Einkaufspreise. Die explodierenden Ölpreise hätten den Kostenauftrieb im Februar erheblich beschleunigt und damit die Beschaffungsaktivitäten der Unternehmen stark belastet.

„Im Februar zeigte sich der EMI zwar etwas schwächer, trotzdem signalisiert er immer noch Wachstum. Im laufenden Jahr ist mit einem leicht ansteigenden Index zu rechnen“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), dem BME. Der EMI werde aber nicht an die Höchststände aus dem Boomjahr 2010/2011 herankommen. „Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr auch nicht mehr um drei Prozent, sondern nur noch um 1,2 Prozent zunehmen. Dies ist aber kein Grund zur Sorge, sondern ein Schritt hin zur konjunkturellen Normalisierung“, erläuterte Traud. Deutlich höhere Wachstumsraten wären nur mit fortgesetzten Konjunkturpaketen zu erzielen; allerdings zu dem Preis einer weiter ansteigenden Verschuldung. „Die Staatsschuldenkrise in der Eurozone lehrt uns aber, dass dieser Preis zu hoch ist“, so Traud abschließend.

Die zweiten Produktionssteigerungen in Folge fielen im Februar erneut robust aus. Der saisonbereinigte Teilindex schwächte sich mit 53,9 Punkten gegenüber Januar (54,3) nur leicht ab. Am stärksten wurde die Erzeugung bei den Investitions- und Vorleistungsgüterherstellern hochgefahren, doch auch der Konsumgüterbereich vermeldete ein Plus. Ein Grund für die moderaten Zuwächse war bei zahlreichen Betrieben die Abarbeitung der Auftragsbestände, die den sechsten Monat in Folge sanken (46,4 nach 48,3 im Januar). Infolge anhaltend niedriger Investitionsbereitschaft der Kunden und abermals rückläufiger Exportbestellungen mussten sowohl Global Player als auch KMU beim Neugeschäft im Februar (48,1) zum achten Mal hintereinander Verluste hinnehmen. Unterm Strich fiel das Minus jedoch ? analog zu Januar (48,2) ? nur gering aus. Industrieerzeugnisse Made in Germany wurden vor allem im europäischen Ausland weniger nachgefragt. Da die Produktionskapazitäten nicht ausgelastet waren und sich die Unternehmen mit Neueinstellungen zurückhielten, kam der Jobaufbau in der deutschen Industrie im Februar nahezu zum Stillstand (50,5 nach 54,0 im Januar). Im Berichtsmonat wurden so wenig neue Arbeitskräfte eingestellt wie nie seit Beginn des Beschäftigungsaufbaus vor knapp zwei Jahren. Wegen der hartnäckigen Auftragsflaute gewannen im Februar auch wieder Lagerabbauprogramme die Oberhand. So sanken die Bestände an Fertigwaren den dritten Monat in Folge (49,0 nach 48,5 im Januar), die Vormateriallager wurden zum sechsten Mal hintereinander abgebaut (46,6 nach 44,8 im Januar). Auch bei der Einkaufsmenge wurde ? nach dem leichten Zuwachs im Januar ? wieder der Rotstift angesetzt (49,0 im Februar nach 51,1 im Vormonat). Damit sank die Einkaufsmenge zum siebten Mal innerhalb der vergangenen acht Monate. Positiver Nebeneffekt: Die Verfügbarkeit von Rohstoffen verbesserte sich dadurch spürbar. Gleichzeitig verlängerten sich die durchschnittlichen Lieferzeiten im Februar (49,6 nach 48,6 i

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