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Nachtflugverbot: DSLV befürchtet langfristig negative Auswirkungen

Die Konsequenzen des von den Leipziger Richtern bestätigten Nachtflugverbots für den Flughafen Frankfurt werden sich weniger von heute auf morgen ergeben, als vielmehr einen langfristig negativen Trend für den Logistikstandort Deutschland vorzeichnen. Diesen Standpunkt vertritt der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) im Hinblick auf das vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gesprochene Urteil zum Verbot der 17 Nachtflüge, die das Land Hessen am Frankfurter Flughafen zwischen 23.00 und 5.00 Uhr ursprünglich noch genehmigt hatte.

Solange noch andere Standorte ohne ein derart striktes Verbot für nächtliche Frachtflüge zur Verfügung stehen, werden die im DSLV organisierten Luftfrachtspediteure mit dem nächtlichen Flugverbot in Frankfurt unter Einschränkung ihrer Logistikketten umgehen können. Vereinzelt wurden und werden die Nachtflüge bereits auf andere Flughäfen oder Flugzeiten verlagert. Dies ist allerdings mit einem erhöhten logistischen Aufwand und längeren Lkw-Transporten verbunden, woraus höhere Kosten für die Auftraggeber erwachsen.

„Was hier auf den ersten Blick noch tragbar erscheint, wird sich mittel- bis langfristig zu einem handfesten Standortnachteil für Frankfurt und schließlich für den Logistikstandort Deutschland auswirken“, ist DSLV-Präsident Mathias Krage überzeugt. Dies gelte umso mehr bei weiteren Flugverboten in den so genannten Schulterstunden von 22.00 bis 23.00 Uhr und von 5.00 bis 6.00 Uhr. Betroffen sind die Teilnehmer der internationalen Lieferkette. Nationale und internationale Auftraggeber werden verlangen, dass ihre Nachtflugsendungen über andere Flughäfen abgewickelt werden.

„Wir haben volles Verständnis für das nächtliche Ruhebedürfnis der vom Lärm geplagten Anwohner in Frankfurt und sehen auch die gesundheitsschädlichen Auswirkungen einer zu hohen Lärmbelastung. Auf der anderen Seite müssen wir uns in Deutschland genau überlegen, inwieweit wir gänzlich auf nächtliche Flüge verzichten können. Die deutsche Industrie ist darauf angewiesen, dass wichtige Maschinen und Ersatzteile zu jeder Zeit an jeden Punkt der Erde geliefert werden können. Wir können es uns nicht mehr leisten, im nächtlichen Flugverkehr gänzlich von der Bildfläche zu verschwinden. Logistikweltmeister bleiben wir so auf keinen Fall“, warnt Krage.

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