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Transportpreise sinken erstmals seit 2010 wieder

Die konjunkturelle Abkühlung hat sich im Straßengüterverkehr auch bei den Frachtraten bemerkbar gemacht. Im ersten Quartal 2012 gab der VerkehrsRundschau-Index, der von dem Beratungsunternehmen BearingPoint unterstützt wird, um 0,92 Prozent nach.

Der aktuellste Preisindex für den Straßengüterverkehr in Deutschland ist von 119,16 Punkten im dritten Quartal 2011 auf 118,06 Punkte im ersten Quartal 2012 gesunken. Es ist das erste Minus, nachdem der VerkehrsRundschau-Index sechs Quartale zuvor gestiegen war. Der Verlust von 1,1 Punkten entspricht einem Rückgang von 0,92 Prozent. Da das erste Quartal eines Jahres jedoch generell als das schwächste im Transportgewerbe gilt, ist ein Rückgang nicht ungewöhnlich.

Hinzu kommt, dass die Konjunktur im ersten Quartal etwas schwächelte. Das bestätigen auch die weiteren Aussagen der Unternehmen, die im Rahmen der Befragung zum VerkehrsRundschau-Index erhoben wurden. Demnach hatten 47,7 Prozent der Logistikdienstleister in den letzten drei Monaten mit sinkenden Mengen zu kämpfen. Bei 28 Prozent der Unternehmen stagnierte das Volumen. 24,3 Prozent geben an, dass ihr Transportaufkommen in den letzten drei Monaten gestiegen ist. Zum Vergleich: BTrei der letzten Befragung im dritten Quartal 2011 (für das vierte Quartal 2011 liegen keine Ergebnisse vor) berichteten 63 Prozent der Dienstleister von steigenden Mengen in den letzten drei Monaten.

Von großer Bedeutung für die Beteiligten ist die weitere Entwicklung der Transportpreise. Für die nächsten zwölf Monate rechnet fast jeder Zweite der Befragten (48,5 Prozent) mit steigenden Frachtraten. 43,1 Prozent erwarten keine Bewegungen beim Preisniveau, während 8,4 Prozent von sinkenden Entgelten ausgehen. Interessant fällt der Vergleich der Ergebnisse zwischen Logistikdienstleister und Verlader aus. Denn unter den Logistikdienstleistern gehen nur 41,0 Prozent davon aus, dass sie in den kommenden zwölf Monaten mehr Geld für den Transport per LKW erhalten. Bei den Verladern hingegen stellen sich 56,6 Prozent der Befragten darauf ein, dass sie für Frachtraum künftig tiefer in die Tasche greifen müssen.

Wie eine Zusatzbefragung zum Thema CO2-Ermittlung ergab, wird bei der Mehrheit der Logistikdienstleister (81,2 Prozent) die Verringerung des CO2-Ausstoßes noch nicht oder nur in Ausnahmefällen gefordert. Seitens der verladenden Wirtschaft hält sich der Druck auf die Dienstleister in Grenzen, den CO2-Ausstoß für ihr Unternehmen zu berechnen ? zumindest derzeit. Ganze drei Prozent der befragten Verlader verlangen von ihren Dienstleistern eine solche Auskunft. Weitere drei Prozent fragen solche Zahlen zwar nach, aber machen dies nicht zur Pflicht. Aber immerhin 39,4 Prozent der Betriebe aus der verladenden Wirtschaft sagen: Wir fordern von unseren Dienstleistern derzeit zwar nicht die Ermittlung des CO2-Ausstoßes, aber wir befassen uns mit dem Thema und beabsichtigen, künftig unseren Dienstleistern eine solche Anfrage zu stellen.

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