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Migros testet Landbrücke nach Europa

Die Chinesische Eisenbahn und ihre Containergesellschaft Crimt unterstützen aktiv die Erkundung der Landbrücke China-Europa durch internationale Großunternehmen. Jetzt hat die Migros gemeinsam mit dem ebenfalls in der Schweiz ansässigen, internationalen Eisenbahndienstleister InterRail sowie mit engagierter Förderung durch die Crimt den Containertransport auf der „Neuen Seidenstrasse“ von China nach Europa zu testen begonnen.

Die Migros gehört zu den Unternehmen, für die Innovation und umweltfreundliches Handeln von Bedeutung sind. Auch im Logistikbereich wird ihnen hohe Aufmerksamkeit gewidmet. So ist die Migros in der Schweiz mit täglich mehr als 400 Bahnwagen im Einsatz der Hauptkunde der SBB Cargo. Die Nutzung des Bahntransports bei der Lösung logistischer Anforderungen hat auch in den Auslandsaktivitäten des Unternehmens einen besonderen Stellenwert.

Die Migros mit heute mehr als 86.000 Beschäftigten gehört in Europa zu den innovationsfreudigsten Unternehmen. Ihr Interesse für die Landbrücke könnte nach erfolgreichem Abschluss der Tests einen neuen Schub für den Bahntransport Richtung Europa auslösen. Wie wichtig diese Migros Testtransporte auch für andere Interessenten in Europa sind, zeigt nicht zuletzt, dass das Schweizer Fernsehen diese mit einer Dokumentation begleitet.

Start des Testlaufs zur Information über technologische Abläufe und Organisation des Containerbahntransports über die riesige Entfernung von rund 12.000 km durch fünf Länder war am 7. Juni in Shanghai. Bernhard Metzger, Leiter Logistik Transport und Mitglied der Direktion der Migros, und Hans Reinhard, Verwaltungsratspräsident der InterRail Gruppe überwachten im dortigen Bahnterminal persönlich die Verladung des ersten 40? HC-Containers. Sie erhielten einen sehr guten Eindruck von der Effizienz der Chinesischen Eisenbahn. Die Transportzeit des Containers von Shanghai im Südosten des Landes bis Alashankou an der chinesisch-kasachischen Grenze betrug nur knapp neun Tage. Diese vergleichsweise kurze Zeitspanne für einen Einzelcontainer war nur dank des Entgegenkommens der Crimt möglich. Diese behandelte den Einzelcontainer quasi wie einen Ganzzug, wodurch selbst die zeitweilige Annahmesperre für Einzelcontainer in Alashankou aufgrund des dortigen Staus ohne Belang war.

Der erste Test, der hauptsächlich der Dokumentation sowie der Technologie an den Schnittstellen Normalspur/Breitspur/Normalspur galt, ist inzwischen erfolgreich abgeschlossen. Der Container ist wohlbehalten und mit zufriedenstellenden Ergebnissen in der Schweiz angekommen. Der zweite 40? Testcontainer geht Anfang August in Shanghai per Bahn auf die Reise nach Europa.

Noch hält man sich in der Testphase verständlicherweise bedeckt, wo das eigentliche Aufkommen für einen solchen Zug in die Schweiz zu erwarten ist. Für InterRail, die bereits über umfangreiche Erfahrungen im Europa-Asien Bahnverkehr verfügt, sind es vor allem die Regionen Zentral- und Nordwestchinas, die für die Landbrücke nach Europa von China über Kasachstan und Russland besonders attraktiv sind. Ein Favorit dafür könnte zum Beispiel Chengdu in der Provinz Sichuan sein.

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