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TNT: 70 Jahre altes Fahrrad aus Kanada zurückgeholt

Zur Eröffnung des Humberghauses in Dingden bei Hamminkeln hat TNT Express ein mehr als 70 Jahre altes Fahrrad aus Kanada an den Niederrhein zurückgeholt. Mit dem Fahrrad war der Dingdener Ernst Humberg in der Pogromnacht im November 1938 vor den Nationalsozialisten geflohen.

Zehn Jahre lang hat der Heimatverein Dingden die Eröffnung des Humberghauses vorbereitet. Das Haus im kleinen Dorf Dingden bei Hamminkeln war bis in die 1940er Jahre Wohnsitz der jüdischen Großfamilie Humberg. Bis in die 1930er Jahre hatte die Familie dort einen Viehhandel, eine Metzgerei und einen Textilhandel betrieben. Für die Neueröffnung des grundlegend sanierten Hauses als „Geschichtsort“ hatte der Heimatverein Dingden e.V. ein ganz besonderes Exponat aufgespürt: jenes Fahrrad, mit dem Ernst Humberg in der Pogromnacht 1938 vor der Nazi-Verfolgung aus Dingden in die Niederlande flüchtete. 1939 wanderte der größte Teil der Familie nach Kanada aus ? das Fahrrad kam mit auf die rettende Reise und stand seitdem bei den Nachfahren in Winnipeg.

Der Heimatverein fragte in der sechs Kilometer entfernten TNT Express-Niederlassung Hamminkeln an, ob der Transportdienstleister das historische Stück zurück über den Atlantik holen kann. Niederlassungsleiter Peter Bullmann sagte spontan zu. „Wir finden es toll, mit wie viel Herzblut sich der Verein für das Projekt Humberghaus engagiert. Und weil auch TNT Express seit vielen Jahren gesellschaftliche Verantwortung übernimmt, haben wir den Transport ermöglicht. Das gehört zu unserer Auffassung von guter Nachbarschaft“, erklärt Peter Bullmann.

Mitarbeiter von TNT Express verpackten das mattschwarze Rad in Winnipeg in eine speziell gesicherte Holzkiste und brachten es per Luftfracht auf den Weg, die iederrheinischen TNTler regelten Import und Zollformalitäten. „Die Zusammenarbeit mit den Kollegen in Kanada hat hervorragend geklappt, das Rad kam pünktlich und im Originalzustand bei uns an“, unterstreicht Peter Bullmann.

Seit der feierlichen Eröffnung lehnt das rollende Stück Geschichte jetzt im ersten Stock des Humberghauses am Nachbau jenes Holzcontainers, in den die Humbergs 1939 ihr Hab und Gut gepackt hatten, um zu emigrieren. Zusammen mit den anderen Ausstellungsstücken erzählt es vom Leben der Familie, ihrer Arbeitswelt, dem religiösen Leben, ihrer Ausgrenzung und eben von ihrem Schicksal während der NS-Zeit sowie ihrer Emigration.

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