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Einsparpotenzial im Milliardenbereich

Nachhaltigkeit rechnet sich auch ökonomisch. Das ist das Ergebnis einer aktuellen DEKRA Untersuchung zum Thema Grüne Logistik, die die Sachverständigenorganisation heute auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover vorgestellt hat. Demnach lassen sich im Lkw-Fuhrpark durch vergleichsweise einfache Nachrüstmaßnahmen und durch die Schulung der Fahrer rund 27 Prozent der Kraftstoffkosten einsparen.

Angesichts der kontinuierlich steigenden Dieselpreise wird das Thema für die Branche immer wichtiger: Vor zehn Jahren kostete ein Liter Diesel im Jahresmittel noch knapp 84 Cent. Aktuell liegt der Jahresdurchschnittspreis für Normalverbraucher bei rund 1,48 Euro ? ein Plus von 76 Prozent. „Der Kraftstoff als Kostenfaktor rückt zunehmend in die erste Reihe. Rund 30 Prozent der kalkulatorischen Gesamtkosten in einem Transportunternehmen entfallen mittlerweile auf die Treibstoffkosten“, so Stefan Kölbl, Vorsitzender des Vorstands DEKRA e.V. und DEKRA SE. „Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz sind zwei Seiten derselben Medaille: Was Kraftstoff spart und damit den CO2-Ausstoß verringert, hilft gleichzeitig spürbar Kosten zu senken. Zentraler Bestandteil einer ganzheitlichen Herangehensweise an das Thema Nachhaltigkeit sind deshalb schon im wirtschaftlichen Interesse der Unternehmen Maßnahmen zur Kraftstoff-Einsparung.“

Welche konkreten Investitionen sich dabei in welchem Zeitraum auszahlen, haben die Experten von DEKRA Consulting in einer aktuellen Modellrechnung untersucht. „Mit überschaubaren Investitionen in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Telematik und Fahrertraining lassen sich bis zu 27 Prozent der Kraftstoffkosten einsparen“, fasst Dr. Gesa Köberle, Geschäftsführerin der DEKRA Consulting GmbH, das Ergebnis zusammen.

Bei einem beispielhaft zu Grunde gelegten Euro-5-Sattelzug-Gespann kann der Verbrauch allein durch Verbesserungen der Aerodynamik bei Zugmaschine und Auflieger sowie durch den Einsatz von Premium-Leichtlaufreifen um rund 14 Prozent gesenkt werden. Ein modernes Telematik-System, mit dessen Hilfe der Disponent Routen optimieren und den Leerfahrten-Anteil reduzieren kann, bringt weitere 5 Prozent. Ein Reifenfülldruck-Überwachsungssystem bewirkt Einsparungen von 3 Prozent. Einen zusätzlichen Einspareffekt von 5 Prozent können Transportunternehmen mit der Schulung ihrer Fahrer im Blick auf eine wirtschaftliche Fahrweise erzielen.

„Die genannten Maßnahmen entsprechen ? bei einer typischen jährlichen Laufleistung von rund 140.000 Kilometern ? zusammengenommen einer CO2-Einsparung von mehr als 36 Tonnen und einer Kostenersparnis von fast 15.000 Euro pro Fahrzeug“, so Dr. Köberle. „Dem stehen Investitionen von etwas mehr als 15.000 Euro gegenüber.“ Bezogen auf einen mittelgroßen Fuhrpark mit 30 Einheiten summiert sich die Einsparung auf 1.100 Tonnen CO2 und 450.000 Euro pro Jahr bei 275.000 Euro Investitionssumme.

„Setzt man diese Zahlen in Bezug zur Gesamtzahl der Fahrzeuge in Deutschland, ergäbe sich ein Einspar-Potenzial in Milliardenhöhe“, sagt Dr. Gesa Köberle. Das Kraftfahrtbundesamt zählte zum Jahresbeginn 2012 allein rund 184.000 Sattelzugmaschinen.

In der Beispielrechnung zur Kraftstoffersparnis haben die DEKRA Experten auch die Amortisationszeiten der einzelnen Nachrüst- und Schulungsmaßnahmen untersucht. Am schnellsten rechnet sich dabei die Fahrerschulung: Schon nach gut einem Monat sind die Kosten für das Eco-Training durch den eingesparten Kraftstoff aufgewogen. Das Reifendruck-Überwachungssystem amortisiert sich nach rund einem halben Jahr. Aufwändigere Maßnahmen wie das Telematik-System brauchen etwas länger, doch auch sie zahlen sich innerhalb von 30 Monaten Laufzeit bezogen auf ein Fahrzeug aus. Bezogen auf einen Fuhrpark von 30 LKW rechnet sich jedoch auch dieses System schon nach 2 Monaten, denn hier entsteht der höchste Kostenaufwand durch den einmaligen Systemkauf und nicht durch die Kosten pro Fahrze

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