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Maritime Wirtschaft hat ihre Hausaufgaben gemacht

Die deutsche Logistikbranche sieht sich gut aufgestellt, um die an sie gestellten Anforderungen der Offshore-Windkraftindustrie zu erfüllen. Diesen Status Quo zeigte das vom ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center (SPC) erstmals initiierte Logistik-Forum auf der Fachmesse HUSUMWindEnergy auf.

Die Bedeutung der maritimen Logistik für die Windenergie, insbesondere für das Land Schleswig-Holstein, unterstrich Staatssekretär Dr. Frank Nägele in seinem Grußwort: „Wir in Schleswig-Holstein haben nicht nur den Wind, wir haben auch die Unternehmen und die Häfen, die helfen können und wollen, das Mammut-Projekt Offshore Wind umzusetzen.“ Das Forum biete eine geeignete Plattform, die bestehenden Herausforderungen aus Sicht der Hafenbetreiber, der Logistiker und Dienstleister und der Genehmigungsbehörde zu beleuchten.

Eindeutige Signale aus dem Kompetenz-Netzwerk sowie der Branche im Allgemeinen bekommt SPC-Geschäftsführer Markus Nölke über den Reifegrad der Wind-Logistik. Der Moderator des Forums erklärte: „Die deutsche maritime Wirtschaft hat ihre Hausaufgaben als Service-Dienstleister für die Windindustrie gemacht.“ In den vergangenen Jahren sei die Branche in Vorleistung getreten und habe sowohl in die Technik für Umschlag, Lagerung und Handling als auch in das entsprechende Know-How investiert. „Dieses Engagement ist von dem Vertrauen geprägt, dass der Windenergie eine zentrale Bedeutung in der Energiewende zukommt“, sagt Nölke.

An den Beispielen der Hafen- und Logistikdienstleister Brunsbüttel Ports und Buss Group wurde deutlich, dass insbesondere der deutsche maritime Mittelstand seinen Beitrag geleistet hat, professionelle und zuverlässige Supply-Chains für die Windanlagenbauer aufzubauen. Die beiden SPC-Mitgliedsunternehmen versicherten, von Seiten der Infrastruktur- und des Handlings gut auf die Zukunftsindustrie vorbereitet zu sein. So sei Deutschland in der Lage, neben der technischen auf die logistische Systemführerschaft zu übernehmen.

Optimistisch gab sich Buss-Group-Geschäftsführer Heinrich Ahlers. Er erwartet, dass die deutsche Offshore-Logistik im zweiten Halbjahr dieses Jahres wieder deutlich an Fahrt gewinnen werde. Seiner Meinung nach werde es sich positiv auswirken, dass die Politik sich über die Offshore-Haftungsregelung geeinigt und damit höhere Planungssicherheit beim Netzausbau geschaffen habe.

Auf die Komplexität der Offshore-Windlogistik für die Häfen setzte Frank Schnabel, Geschäftsführer Brunsbüttel Ports GmbH (SPC-Mitglied) seinen Vortragsfokus. Seine These: „Ein Hafen alleine kann die umfassenden Anforderungen nur schwer erfüllen. Durch eine Vernetzung/Kooperation der Offshore-Häfen werden die Standortvorteile der jeweiligen Hafenstandorte gebündelt.“

Auskunft über den aktuellen Stand der Offshore-Windparks gab Christian Dahlke vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Im BSH liefen aktuell insgesamt 123 Verfahren mit 8.705 Windenergieanlagen. Davon seien 29 Windparks mit 2.081 Analgen genehmigt. Er hat auch den Überblick über die heutige Nutzung: „Zur Zeit liefern 47 einzelne Windenergieanlagen Strom mit einer Leistung von etwa 175 MW.“

Mit Best-Practise-Beispielen unterfüttert wurden die Inhalte von dem Logistiker Glahr aus Potsdam und dem Windkraftanlagenhersteller Enercon. Ins Detail ging dabei Hinrich Glahr, geschäftsführender Gesellschafter Glahr & Co. GmbH. Während der noch laufenden Testphase mit dem dänischen Windkraftanlagenhersteller Vestas stellt er derzeit unter Beweis, dass das Binnenschiff eine ökologische und ökonomische Alternative zum Lkw darstellt. „In 2012 transportierten wir für diesen Verlader 30 Rotorblätter mit einer Länge von jeweils 55 m auf der Elbe zwischen Mühlberg und Brunsbüttel“, erläutert Glahr. Sein Fazit: „Wir schreiben mit grüner Logistik schwarze Zahlen.“

Erfolgreich Beispiele wie dieses hat das SPC zum Anlass genommen,

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