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Rhenus: Hafenstandorte für Windenergiebranche gerüstet

Für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende sind die niedersächsischen Häfen und ihr Angebot an Logistikdienstleistungen von entscheidender Bedeutung. Auf der internationalen Windenergiemesse „HUSUM WindEnergy“ stellten Matthias Schrell, Geschäftsführer der Rhenus Midgard in Wilhelmshaven, sowie Björn Wittek, verantwortlich für das Business Development Wind Energy des Logistikdienstleisters, am Dienstag aktuelle On- und Offshore-Projekte der Rhenus-Gruppe vor.

„Sowohl in Cuxhaven als auch in Wilhelmshaven und Nordenham haben wir unsere Kapazitäten auf die Bedürfnisse der Windenergieanlagenhersteller, auf eine effiziente Produktionsversorgung und auf den Umschlag von Offshore-Bauteilen ausgerichtet. Dabei ist nicht jeder Hafen für jede Aufgabe gleichermaßen geeignet. Durch die Vernetzung innerhalb der Rhenus sind wir aber in der Lage, für die jeweilige Kundenanforderung den passenden Hafenstandort und eine Lösung anzubieten“, erläuterte Matthias Schrell.

Zur Unterstützung der Fertigung von Gründungskörpern von Offshore-Windenergieanlagen ist beispielsweise für die Jade Werke GmbH in Wilhelmshaven geplant, die bestehende Kaje um bis zu 150 Meter Schwerlastpier zu verlängern und anzupassen. Diese ermöglicht Schwerlastumschläge und -transporte von Modulen mit Stückgewichten von mehr als 1.000 Tonnen.

Der Standort Nordenham hat sich in den vergangenen Monaten auf den Umschlag von Seekabeln, die die Windräder auf See untereinander und mit dem Festland verbinden, spezialisiert. Rhenus übernimmt an der Wesermündung zudem die Just-in-time-Belieferung von 100.000 Tonnen Grobblechen jährlich, die für die Produktion von Monopiles eines ansässigen Stahlproduzenten benötigt werden.

Um sich benötigte Flächen nahe des nördlich von Helgoland liegenden Offshore-Windparks Amrumbank zu sichern, hat der deutsche Energieversorger E.ON jüngst eine Reservierungsvereinbarung mit dem Hafendienstleister Cuxport, an dem die Rhenus in einem Joint Venture beteiligt ist, geschlossen: „Erste Offshore-Komponenten lagern wir bereits für den Kunden. Unser Mehrzweckterminal dient als Basishafen zur Zwischenlagerung, Montage und den Transport von Offshore-Bauteilen“, berichtete Björn Wittek. Mit einer Wassertiefe von 15,80 Metern verfügt der Hafen über einen schleusenfreien Zugang zur Nordsee. Gleichzeitig hat sich Cuxport auf die logistische Umsetzung des Service- und Wartungsgeschäftes spezialisiert.

Auch im internationalen Projektgeschäft hat sich die Rhenus-Gruppe etabliert. So führt der Logistiker mit seiner Tochter Rhenus Project Logistics im Auftrag von Kenersys, einem weltweit agierenden Hersteller von Windenergieanlagen, aktuell die Verschiffung einer kompletten große Onshore-Anlage nach Neuengland in die USA durch: „Von der Beladung des Seeschiffs mit der Nabe, den Türmen, den Blättern und dem Maschinenhaus der Anlage bis hin zur Entladung vor Ort haben wir mit unserem Detailwissen den Transport organisiert und zolltechnisch dokumentiert“, resümierte Björn Wittek. Beauftragt sind nun auch weitere innereuropäische Projekte mit Kenersys.

Zudem hat sich Rhenus Project Logistics in den vergangenen Monaten einen Namen mit dem Transport von Windkraftanlagen aus dem Repowering gemacht und transportiert aktuell fünf Anlagen der 1,5 MW-Klasse aus Deutschland nach Südosteuropa. Ein Folgeprojekt ist bereits beauftragt, weitere Projekte sind in der Verhandlung.

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