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Rollendes Potenzial erschließen

Von Montag, 6 Uhr, bis Samstag, 15 Uhr, rollen Container-Trucks über die HHLA-Terminals in Hamburg, jeden Tag 6.000 bis 8.000. Sie sind unverzichtbar, vor allem für Destinationen in der Metropolregion, und transportierten 2011 fast 2,9 Millionen Standardcontainer (TEU).

Im Vergleich zum Krisenjahr 2009 war das eine Steigerung um fast ein Drittel. Um diese Mengen zu bewältigen, wurden einige Knotenpunkte in der Verkehrsinfrastruktur des Hafens bereits verbessert. Der Wegfall der Zollkontrollen zum Jahreswechsel 2013 wird den Verkehrsfluss weiter erleichtern.

Umschlag von 25 Millionen TEU erwartet

Allerdings erwartet Hamburg laut einer Potenzialprognose für das Jahr 2025 einen Umschlag von 25 Millionen TEU, von denen weiterhin ein erheblicher Teil über die Straßen rollen wird. Und mit der wachsenden Zahl von Ultra Large Container Ships (ULCS) werden innerhalb kürzerer Intervalle immer mehr Boxen bewegt. Um solche Containerströme über eine gleichbleibende Zahl von Straßen zu schleusen, müssen die Verkehre intelligenter geplant werden, mit ineinandergreifenden Konzepten der Akteure in der Hafenwirtschaft. Für ihre Terminals rief die HHLA 2011 das Projekt „Fuhre 2.0“ (Fuhre wird die Lkw-Abfertigung auf den Terminals genannt) ins Leben. In einer Feldstudie wurde der gesamte Vor- und Nachlauf mit den Partnern analysiert. Außerdem wurden fast 14.000 Trucker befragt: Wie fließt der Verkehr im Hafen tatsächlich, wo machen Trucker ihre Pausen, wie lange und wo müssen sie warten?

Es wurden unter anderem mehrere Faktoren identifiziert, die zu verschiedenen Tageszeiten den kontinuierlichen Containertransport auf der Straße hemmen. „Wir wissen jetzt ganz gut, wo die Probleme liegen, und haben konkrete Aufgaben daraus formuliert“, sagt Heinrich Goller, Geschäftsführer der HHLA Container Terminals. „Hieraus leiten wir ab, in welche Richtung wir uns weiterentwickeln müssen und binden unsere Partner dabei intensiv ein.“

Mit der Einführung einer automatisierten Selbstabfertigung auf allen drei Terminals konnte die HHLA bereits die Wartezeiten für Trucker deutlich reduzieren. Im nächsten Schritt sollen Videokameras Containernummer und Lkw-Kennzeichen erkennen, um die Aufträge schneller zuzuordnen. Bald können die Container am Monitor gecheckt werden, was wieder ein paar Minuten bei jeder Fuhre spart.

Qualität der Informationströme entscheidend

Die Masken der neuen Bildschirme, auf denen die Trucker ihre Daten eingeben sowie die dahinter liegende IT sind bei allen HHLA-Terminals einheitlich. Das trägt dazu bei, die Qualität der Informationsströme zu verbessern ? eine wichtige Voraussetzung für die Steuerung und Beschleunigung der Abläufe!

Für jeden Container muss die HHLA bis zu neun Datensätze verarbeiten. Diese sind nicht immer konsistent, weil besonders die am Straßentransport Beteiligten noch häufig über E-Mail oder Telefon kommunizieren. An der Wasserseite werden die relevanten Informationen zu fast 100 Prozent über die Datenschnittstelle EDI ins System eingespeist, bei der Fuhre sind es weniger als 10 Prozent.

Nicht selten führt das zu mangelhaften Papieren, die eine Auslieferung erheblich verzögern, die Transportkette durcheinanderbringen und Kosten verursachen. Gleichwohl kann das Trucking auch zur Optimierung der gesamten Hafenlogistik beitragen. Mit Fuhre 2.0 leistet die HHLA ihren Beitrag zum intelligenten Verkehrsmanagement, aber es bleibt viel zu tun. Mit einer gemeinsamen Anstrengung kann die Hafenwirtschaft noch weiteres „rollendes Potenzial“ erschließen.

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