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29. Deutscher Logistik-Kongress in Berlin abgeschlossen

Am Freitag ging in Berlin der 29. Deutsche Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik zu Ende. Drei Tage lang diskutierten rund 3.300 Teilnehmer aus aller Welt über aktuelle und grundsätzliche Fragen des Wirtschaftsbereichs Logistik und des Supply Chain Managements. Rund 190 Aussteller präsentierten sich in der begleitenden Fachausstellung.

Zum Abschluss des Kongresses wurden am Freitag der Thesis Award für Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten an 84 junge Männer und Frauen überreicht, die von ihren betreuenden Professoren benannt worden waren. Zweiter Höhepunkt des Abschlusstages war die Bekanntgabe des Siegers im Wettbewerb um den Wissenschaftspreis Logistik 2012. Dieser geht in diesem Jahr an zwei Dissertationen, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Humanitären Logistik für die Versorgung von Hungerregionen Afrikas auseinandersetzen. Betreuer beider Arbeiten ist Prof. Helmut Baumgarten, Bereich Logistik der TU Berlin.

Die gemeinsamen Preisträger sind Dr.-Ing. Martin Keßler mit der Dissertation „Gestaltung von Logistiknetzwerken für die humanitäre Versorgung in Entwicklungsländern Afrikas ? Konzepte des Technologietransfers in der humanitären Logistik“ und Dr. Jennifer Schwarz mit der Arbeit „Humanitäre Logistik für die Versorgungsproblematik in Subsahara-Afrika ? Aufbau von Logistikkapazität durch Wissenstransfer“. Beide sind als Projektmanager bei der Kühne-Stiftung tätig.

Die unabhängig voneinander erstellten Dissertationsschriften fußen auf dem komplexen Forschungsprojekt „Humanitäre Logistik für die Versorgung von Hungerregionen Afrikas“, das in der Zeit zwischen 2009 und 2012 erarbeitet wurde. Obwohl die Kosten der Logistik in der humanitären Hilfe bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, ist weder in der Wissenschaft noch in der praktischen Umsetzung vor Ort ausreichendes Know-how vorhanden. Diese Lücke füllen für die wissenschaftliche Seite Keßler und Schwarz mit ihren Arbeiten.

Die logistische Hilfe zur Bewältigung humanitärer Aufgaben soll zur Linderung und Beseitigung von Hungersnöten führen und darüber hinaus die Selbstversorgungsfähigkeit der Menschen in den betroffenen Regionen stärken. Dazu können der Transfer von logistischem Wissen an afrikanische Universitäten und andere Ausbildungsinstitutionen beitragen. Gleiches gilt für den Transfer angepasster Technologien in Infrastrukturen, insbesondere in die Verkehrsinfrastruktur, in Warenverteilzentren und Kühlketten.

Der Wissenschaftspreis Logistik ist mit 10.000 Euro für den Preisträger und 10.000 Euro für das betreuende Institut dotiert und wird 2012 von der BASF gesponsert. Der Preis wird von der BVL jedes Jahr ausgeschrieben. Als Bewerber zugelassen sind Wissenschaftler aller Sparten der Logistik mit ihren Dissertations- bzw. Habilitationsschriften, Projektstudien oder Monographien, die einen engen Bezug zu praxisnahen logistischen Fragestellungen aufweisen. Entscheidend für die Wertung sind der Praxisbezug sowie der Neuheitscharakter der Arbeiten.

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