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Handelslogistik ist gut gerüstet für die Zukunft

Veränderte Verbraucherbedürfnisse, steigende Komplexität bei Beschaffung und Distribution, der demografische Wandel und die zunehmende Bedeutung neuer Vertriebskanäle sind nur einige der Herausforderungen, vor denen der Handel heute steht. Vor diesem Hintergrund zeigt die Branche ihre Innovationsfähigkeit durch Maßnahmen zur Optimierung von Warenbeständen oder Konzepte für Multi-Channel-Marketing. Durch die steigende Beliebtheit von E-Commerce entwickeln sich manche Händler sogar selbst zu Logistik-Providern. Ein Branchenschwerpunkt beim 29. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin stellte diese Themen in den Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen.

Markttrends in der Handelslogistik

Welche Trends die Handelslogistik in der Schweiz beschäftigen, erläuterte Andreas Münch, Mitglied der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bund auf dem 29. Deutschen Logistik-Kongress. 100 Milliarden Franken ? etwa 80 Milliarden Euro ? beträgt das dortige Volumen des Handels. Die anhaltende Stärke des Schweizer Franken, Abwanderung von Kaufkraft ins grenznahe Ausland und die zunehmende Zahl ausländischer Handelsunternehmen stellen das Supply-Chain-Management vor neue Herausforderungen.

Kosten zu senken und so Wettbewerbsfähigkeit zu stärken ist daher ein zentrales Ziel in der Handelslogistik. Dazu zählt auch ein ausgeglichenes Verhältnis von zu viel und so wenig Ware wie möglich zu finden. Ein zu großer Warenbestand befördert Kapitalbindung, zu wenig dagegen das Risiko eines out-of-stock. Eine Möglichkeit zur Kostensenkung sieht Münch daher in der Effizienzsteigerung innerhalb der Distributionslogistik, da hier die größten Kosten anfallen. So trägt beispielsweise die Automatisierung einzelner Pro-zessschritte zu erheblichen Kostensenkungen bei.

Optimierte Handelslogistik durch Orientierung am Nachfrageverhalten

Eine weitere Antwort auf die Frage, wie der Handel Logistikkosten signifikant senken kann, indem das Nachfrageverhalten der Kunden in den Mittelpunkt gestellt wird, gab Andreas Persigehl, Mitglied der Geschäftsleitung der tegut Gutberlet Stiftung & Co. Mit dem IT-Tool Dynamic Smoothing entwickelte das Einzelhandelsunternehmen eine Softwarelösung, die die Warendisposition bedarfsorientiert und prozessorientiert steuert und so das Supply-Chain-Management optimiert. Ausgehend vom Nachfrageverhalten der Kunden ermittelt das System für jeden Tag und jede Filiale den Umfang der benötigten Warenlieferung. Daraus ergibt sich eine ausgeglichenere Transportauslastung und die Möglichkeit den Tourenrundlauf zu optimieren. Um die Bedarfsplanung in den Filialen noch besser prognostizieren zu können, nutzt tegut eine zusätzliche Softwarelösung. Durch den Einsatz einer SAP Order-Forecast für die optimierte Warenverfügbarkeit lässt sich der Lieferbedarf über mehrere Wochen hinweg prognostizieren, wodurch Pufferbestände deutlich gesenkt werden können.

Neue Vermarktungskanäle in der Handelslogistik

Den Fokus auf die Logistik hin zum Endkunden legte Sebastian Diehl, Mitbegründer und Geschäftsführer des Start-Ups Emmas Enkel. Der Lebensmittelhandel des Jungunternehmers zeichnet sich durch eine konsequente Multi-Channel-Strategie aus, die stationären Handel und Onlinehandel verbindet. Lebensmittel können bei Emmas Enkel per Smartphone, PC oder Telefon bestellt werden. Hat das Geschäft geschlossen, kann der Kunde im Fenster ausgehängte QR-Codes einscannen und die Bestellung im Vorbeigehen erledigen. Wer seine Bestellung nicht persönlich abholen möchte, lässt sich die Ware deutschlandweit nach Hause schicken. Für ihre Geschäftsidee wurden die beiden Gründer von Emmas Enkel mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet.

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