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Nur jedes dritte Containerschiff verdient Geld

Eine aktuelle Analyse der Deutschen FondsResearch zeigt, dass nur ein Drittel der Containerschifffonds (Segment 2.100 ? 2.700 TEU) derzeit die Gewinnschwelle erreicht. Im Umkehrschluss erwirtschaften zwei Drittel der Fondsschiffe keine ausreichenden Mittel, um die Kosten zu decken und die Tilgungen zu leisten.

Die Analyse spiegelt deutlich die aktuelle Marktsituation wider. Nach positiven Tendenzen im zweiten Quartal setzen sich diese im dritten nicht fort. Die Charterraten stagnieren oder sind sogar rückläufig ? unter diesen Bedingungen ist es in der Folge nur einem Teil der Schiffsfonds möglich, profitabel zu wirtschaften.

Gewinne kann nur ein kleiner Teil erzielen

Im aktuellen DFR Shipping Research veröffentlicht das Analysehaus eine Untersuchung des Containerschiffsegments 2.100 ? 2.700 TEU. Dabei wurde den Fragen „Wie ist die aktuelle wirtschaftliche Situation des Containerschiffsegments?“, „Wie viele Schiffe erreichen den Break-even-Point?“ und „Wie viele Schiffe des Segments liegen momentan auf?“ nachgegangen. Grundlage für die Analyse bildet die Bewertungsdatenbank der Deutschen FondsResearch mit 130 Schiffen dieser Größenklasse. Die Untersuchung ermöglicht einen exemplarischen Einblick in den Containerschiffmarkt.

Die Auswertung der Daten ergab, dass 32 Prozent der Containerschiffe den Break-even-Point erreichen. „Nur ein Drittel der untersuchten Containerschiffe kann Gewinne erzielen“, erläutert Nils Lorentzen, Geschäftsführer der Deutschen FondsResearch. „Subjektiv betrachtet, ist dieser Anteil ein wirtschaftliches Armutszeugnis. Unter Berücksichtigung der aktuellen Marktsituation ist aber ? objektiv betrachtet ? Folgendes positiv zu bewerten: Immerhin decken weitere 39 Prozent ihre Schiffsbetriebskosten. Somit erwirtschaften 71 Prozent der Schiffe in der historisch schlimmsten Schifffahrtskrise keine operativen Verluste.“ Demgegenüber stehen 25 Prozent, die weniger Einnahmen als Ausgaben zu verbuchen haben ? sowie vier Prozent aufliegende Schiffe. Somit können sie den laufenden Kosten aktuell keine Einnahmen entgegenstellen.

Nach Aufwind im 2. Quartal folgt erneut die Flaute

Die teils positiven Entwicklungen der Charterraten setzen sich im dritten Quartal nicht fort. Sowohl für Containerschiffe als auch für Bulk Carrier stagnieren oder sinken die Charterraten erneut. Während die kleineren Containerschiffklassen auf nahezu gleichem Niveau verbleiben, zeigte sich bei den mittleren Größenklassen ein Rückgang. Mit einem Minus von 20 Prozent verzeichnet das Größensegment bis 4.400 TEU den stärksten Rückgang im Quartalsvergleich. Auch die Bulk Carrier mussten über alle Größenklassen hinweg Abschläge hinnehmen. Die stärksten Rückgänge verbuchten erneut die größeren Frachter. So verloren die Caper (170.000 tdw) im Vergleich zum Vorquartal fast 20 Prozent und erhielten Ende September noch 11.750 USD.

Das verlangsamte Flottenwachstum lässt das Tonnageangebot nicht mehr so stark wachsen wie im vorherigen Quartal. Auch die Charterraten der Tanker, die sich bereits auf einem sehr niedrigen Niveau befanden, sind weiter gesunken. Die Raten der Suezmax sanken im 3. Quartal beispielsweise auf 9.977 USD ? das ist ein Minus von 54,09 Prozent. Lediglich die Handysize-Tanker konnten ihre Einnahmen ? mit Charterraten von 13.250 USD ? stabilisieren.

Eine Erholung der Schiffsmärkte ist weiterhin nicht in Sicht. Klassischerweise führt das Ende des Weihnachtsgeschäfts für Containerschiffe alljährlich zu einem Rückgang, der sich auch im vierten Quartal fortsetzen wird. Gleichzeitig versprechen die Prognosen für das Wirtschaftswachstum und die Rohstoffnachfrage keine baldige Besserung.

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