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Richtungsweisende Konzepte in der Automobillogistik

Von der Automobilindustrie gehen viele Impulse für Logistik und Supply Chain Management insgesamt aus. Die spezielle Fokussequenz beim 29. Deutschen Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik in Berlin stellte aktuelle Themen aus dem Automotive-Bereich in den Mittelpunkt.

Die Automobilindustrie ist auf stabile Liefernetzwerke angewiesen. Anlieferungen gehen zunehmend direkt am Fließband in die laufende Produktion ein. Das gelingt nur mit einer fehlerfreien und punktgenauen Logistik. Globalisierung, zunehmende Individualisierung von Kundenwünschen und neue Antriebskonzepte sind Beispiele für Trends, die das Supply Chain Management zunehmend komplexer werden lassen. Auch Zulieferunternehmen sind daher gefordert, Transportwege so kurz und flexibel wie möglich zu gestalten und sich an neue Entwicklungen anzupassen.

Steigende Anforderungen an Lieferketten durch E-Mobility-Konzepte

Die Elektromobilität steht noch am Anfang ihrer Entwicklung, doch ist bereits jetzt davon auszugehen, dass sich sowohl für die Automobilproduktion als auch für die Logistik neue Anforderungen daraus ergeben werden. Der Bau von Elektroautos erfordert neue Materialien und Montagestrukturen, wie Professor Helmut Schramm, Leiter Produktion Elektrofahrzeuge bei BMW auf dem 29. Deutschen Logistik-Kongress erklärte. Die Karosserie der bald in Serie produzierten Elektroautos i3 und i8 wird zu einem großen Teil aus Carbonfasern gefertigt. Bereits hier zeigen sich die künftigen Herausforderungen für die Logistik, denn die Carbonherstellung findet in Japan statt, die Weiterverarbeitung in den USA und die Montage in Deutschland. Um die umfangreichen Logistikprozesse bestmöglich abwickeln zu können, wurden für die Serienfertigung der beiden Fahrzeuge Flächen für die Logistik am Standort Leipzig gebündelt. Eine kombinierte Logistik- und Montagehalle sorgt für kurze Transportwege, um dem hohen Anlieferaufwand und Belieferungsumfang entgegenzuwirken.

Mobile Fabrik ermöglicht weltweite Produktion vor Ort

Die Anforderungen von Automobilherstellern an ihre Zulieferer steigen mit der zunehmenden Globalisierung. International verflochtene Projekte werden zwischen verschiedenen Standorten verlagert, Lagerbestände müssen möglichst gering gehalten und Logistikkosten permanent gesenkt werden. Zudem bemühen sich einige Länder, durch gesetzliche Vorschriften den Local Content von Produkten zu erhöhen. Als Antwort auf die logistischen Herausforderungen entwickelte das Technologieunternehmen Schlemmer eine mobile Produktion, die in einem Container per LKW weltweit verlagert werden kann. Die für die Automobilindustrie gefertigten Wellschläuche der Schlemmer AG können so ortsunabhängig und zeitlich flexibel hergestellt werden. Durch die Produktion direkt vor Ort beim Kunden verkürzt sich die Wiederbeschaffungszeit der Bauteile, Lagerhaltungskosten werden gesenkt und Transportwege reduzieren sich auf ein Minimum. Ein weiterer Vorteil ? mit der Mobilen Fabrik muss nur das für die Herstellung benötigte Material transportiert werden, das im Vergleich zum fertigen Wellschlauch weitaus weniger Volumen hat. Die mobile Produktionsstätte eignet sich daher besonders für Flächenländer wie Russland, China, Indien und die USA mit langen Anfahrtswegen und den damit verbundenen hohen Logistikkosten.

Herausforderungen für die Produktionslogistik im globalen Umfeld

Die Automobilindustrie sieht sich einer steigenden Komplexität in der Produktionslogistik gegenüber. Die bestehenden Kunden der Hersteller haben bereits eine Vielzahl an Wünschen, die es zu erfüllen gilt, neue Kunden bringen wiederum neue Wünsche mit sich. Doktor Robert Ivisic, Abteilungsleiter Logistikprozessplanung bei der Daimler AG, erwartet in China ein Wachstum von 220 Prozent im Premiumsegment für die kommenden Jahre. Mit der gleichzeitig steigenden Nachfrage nach Fahrzeugvarianten und Individualisierun

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