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SVG schult spanische Fahrer für Deutschland

Nach Abschluss ihrer Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen haben in der vergangenen Woche dreizehn spanische Berufskraftfahrer ihre Arbeit bei vier schwäbischen Transportunternehmen aufgenommen. Die aus dem südspanischen Motril stammenden Trucker waren zuvor bei der SVG Stuttgart für die speziellen Anforderungen im deutschen Nah- und Fernverkehr trainiert worden.

Zudem absolvierten die Männer einen achtwöchigen Sprach- und Integrationskurs bei der Sprachschule Internationaler Bund (IB) in Tübingen. Schon während der Maßnahmen war es der SVG gelungen, die Fahrer an vier langfristig denkende Mitgliedsbetriebe zu vermitteln. Jeder Unternehmer musste sich dafür mit rund 4.000 Euro an den Kosten der Ausbildung beteiligen und einen Arbeitsvertrag mit Löhnen auf deutschem Niveau bieten. Die Kosten für das neue Personal sind mit notwendigen Investitionen für einen C/CE-Führerschein vergleichbar, den die Fahrer bereits mitgebracht hatten.

Unter den Arbeitgebern sind namhafte Firmen wie die Barth-Logistikgruppe oder die Haller Spedition. „Wir als Unternehmer müssen mehr Verantwortung für die Fahrer übernehmen und bereit sein, für gut ausgebildete Fahrer zu zahlen“, betont Gerold Haller. Der Transportunternehmer aus Ebersbach wird seine neuen Mitarbeiter sorgfältig einarbeiten und sie die ersten Wochen von erfahrenen Kollegen auf ihren Touren begleiten lassen.

Das Praxistraining für deutsche Straßen fand hauptsächlich auf dem Betriebs- und Übungsgelände der SVG Stuttgart statt. Geübt wurde vor allem das Fahren und Rangieren mit Gliederzügen, die in Spanien fast unbekannt sind. Außerdem stand das Auf- und Abnehmen von Wechselbrücken sowie das Fahren bei Eis und Schnee auf dem Trainingsprogramm. Neben den SVG-Schulungsfahrzeugen stand dafür auch ein Fahrsimulator zur Verfügung.

Organisiert wurde die bisher einmalige Aktion durch die Projektgruppe „Vision Job“. Diese besteht aus SVG Stuttgart, KRAVAG-Versicherung Hamburg, Internationaler Bund Württemberg, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie das Kompetenzzentrum des Rationalisierungskuratoriums der Wirtschaft (RKW). Das RKW hatte den Kontakt nach Spanien hergestellt.

Künftig könnten aber auch arbeitslose Berufskraftfahrer aus anderen Ländern der EU rekrutiert werden. Die Idee lasse sich genauso auf andere Staaten übertragen. Und nicht nur das: „Wir hoffen, dass unser Beispiel Schule macht und andere Bundesländer ähnliche Projekte anstoßen“, sagt Uwe Nestel, Vorstand der SVG Württemberg. Langfristig könne mit „Vision Job“ der zunehmende Fahrermangel abgemildert werden. „Das Rekrutieren und Qualifizieren von Berufskraftfahrern aus dem Ausland kann sich zu einer wichtigen Säule bei der Beschaffung von Fachkräften entwickeln“, ist Werner Gockeln, Vorstand der SVG Bundeszentrale in Frankfurt am Main, überzeugt. Vor allem vor dem Hintergrund, dass in Deutschland altersbedingt jährlich durchschnittlich 30.000 Arbeitsplätze neu besetzt werden müssen. Die maximal 3.000 neuen Ausbildungsverhältnisse für Berufskraftfahrer seien da nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

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