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Weiterbildungstrends 2013: Immer mehr und immer schneller

Jüngste Umfragen belegen: Personalentscheider setzen zunehmend Online-Weiterbildungsangebote ein. Stefan Urke, Geschäftsführender Gesellschafter des Weiterbildungsinstituts forward academy, gibt im Interview seine Einschätzungen über die richtungweisenden Trends für die kommenden Jahre.

Lernen heute und vor 20 Jahren ? was sind die Unterschiede?

Stefan Urke: Ein Beispiel macht es deutlich: Mein Sohn Christoph ist ein Computer-Freak. Als neulich mein Laptop streikte, schaute er sich die Sache an. „Weißt du, woran es liegt?“ Antwort: „Nee, aber gleich!“ Nach fünf Minuten Suche im Internet hat er das Problem lokalisiert und die Lösung gefunden. Vor 20 Jahren noch hätte ein vergleichbares Problem Tage und eine umfangreiche Recherche in Büchern und Bibliotheken beansprucht. Wissen ist heute immer und überall abrufbar. Die Verbreitung von Smartphones und Tablets hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt. Mobile Learning ist heute normal.

Was bedeutet das für die Lerninhalte?

Stefan Urke: Das heißt zunächst, dass Wissen pauken immer unbedeutender wird. Im Zweifel frage ich elektronische Assistenten wie Apples „Siri“ im iPhone oder schaue im Internet. Medienkompetenz ist also extrem wichtig. Noch ein Beispiel: Früher musste ein Paketdienstfahrer eine Unterschrift auf der Ausrollliste einholen. Heute hat er einen hoch komplexen Scanner mit Touchscreen und einer Unzahl an Funktionen zu beherrschen, die sich permanent ändern und erweitern. Doch nicht nur die Halbwertzeit des Wissens verkürzt sich immer weiter, sondern auch die Halbwertszeit der Technologie. Wer weiß schon genau, was sein Smartphone alles kann? Und die nächste Innovationswelle rollt schon heran.

Provozierend gefragt: Findet Lernen nur noch im Internet statt?

Stefan Urke: Ein klares Jein! Wir Menschen haben über Hunderttausende von Jahren von Mensch zu Mensch gelernt. Jetzt plötzlich nur noch mit einer Maschine zu kommunizieren, fällt nicht nur der Generation 50 plus schwer. Nach dem ersten E-Learning-Hype um die Jahrtausendwende hat sich auch dabei einiges verändert: „Serious Games“ genannte Lernspiele oder der Einsatz von Avataren ? also künstlichen Personen in elektronischen Umgebungen ? sind Ansätze, den elektronisch aufbereiteten Lerninhalten ein menschliches Gesicht zu geben.

Wo haben Präsenzveranstaltungen auch in Zukunft noch ihre Berechtigung?

Stefan Urke: Blended Learning ? die Kombination von Präsenztraining und Web Based Training (WBT) ? hat sich inzwischen etabliert, gerade weil die menschliche Komponente so wichtig ist. Präsenzseminare bleiben weiterhin bedeutend, wenn es um Soft Skills geht, zum Beispiel für Rhetorik oder Teambuilding.

Welche Rolle spielen die Kosten der Weiterbildung?

Stefan Urke: Die Dauer von Weiterbildungsveranstaltungen steht seit Jahren unter Druck. Einerseits aus Kostengründen, andererseits um den Mitarbeiter früher wieder an seinem Arbeitsplatz zu haben. Als ich ins Berufsleben startete waren drei bis fünftägige Seminare normal. Die heute üblichen Zweitages-Trainings werden inzwischen ebenfalls zunehmend in Frage gestellt. Ob es nicht auch an einem Tag geht? Die Antwort ist übrigens oft „Nein“, denn gewisse Themen brauchen einfach Zeit und Reflexion. Zur Schulungsdauer kommen darüber hinaus noch die Reisezeiten. Der Kostendruck einerseits und das Fehlen der „menschlichen Komponente“ beim klassischen E-Learning erzeugen deshalb einen starken Trend zu Live-Online-Seminaren.

Was muss man sich unter Live-Online-Seminaren vorstellen?

Stefan Urke: Online-Seminare sind Live-Veranstaltungen im Internet. Die Gemeinsamkeiten zum Präsenztraining bei gut gemachten Live-Online-Seminaren sind dabei größer als die Unterschiede. Klar: Wir nutzen in unserer Live Action Online Learning Academy (LAOLA) High Tech wie ein eigens ei

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