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Marktpotential grenzüberschreitender Supply-Chain-Finanzierung beträgt über 460 Milliarden Euro

Der Markt für grenzüberschreitende Supply-Chain-Finanzierung (SCF) britischer, französischer und deutscher Unternehmen (mit mehr als 500 Beschäftigten) wird auf über 460 Milliarden Euro geschätzt. Das geht aus Demicas neuster Studie hervor. Das größte Marktpotenzial bietet Deutschland (230 Milliarden Euro), gefolgt von Frankreich (125 Milliarden Euro) und Großbritannien (115 Milliarden Euro).

Laut den für die Studie befragten Fachleuten in europäischen Banken werden zurzeit nur 5?10 Prozent des Marktpotenzials grenzüberschreitender SCF erschlossen, so dass reichlich Spielraum für künftiges Wachstum besteht. Der Open-Account-Trade, bei dem Waren nicht bei Lieferung, sondern binnen eines vereinbarten Zahlungsziels bezahlt werden, nimmt stetig zu. Zugleich wird die Absicherung strategischer, aber wirtschaftlich schwacher Zulieferer zu einer immer wichtigeren Angelegenheit für große Einkäufer. Die Befragten rechnen deshalb damit, dass grenzüberschreitende SCF-Programme in den kommenden Jahren durchschnittlich zweistellige Zuwachsraten verzeichnen dürften.

Über 80 Prozent der Befragten gaben an, dass in den drei untersuchten Ländern eine starke Nachfrage großer Einkäufer nach internationalen SCF-Modellen besteht. Insbesondere in Schwellenmärkten und in Fernost, wo der Liquiditätsbedarf expandierender Unternehmen nur auf eine begrenzte Auswahl alternativer Finanzierungstechniken stößt, zeigen die einheimischen Zulieferer groß es Interesse an SCF-Programmen. Ob diese Finanzierungsmöglichkeit jedoch in diesen Märkten großflächig eingesetzt werden kann, wird davon abhängen, wie leicht sich die Unterschiede bezüglich der gesetzlichen Anforderungen und Rechnungslegungsmethoden überwinden lassen.

Die Befragten nannten zudem drei Haupthindernisse, die der Entwicklung globaler SCF-Programme entgegenstehen. Die größte Hürde ist weiterhin die Akquisition von Zulieferern. Zusätzlich zur sorgfältigen Überprüfung örtlicher Zulieferer ist es genauso wichtig für Banken sowohl Lokalwissen als auch Erfahrungen bei der Betreuung kleinerer Lieferanten in Wachstumsregionen zu besitzen. Zudem sind umfassende Kenntnisse der länderspezifischen Gesetzgebung eine Grundvoraussetzung für Banken, die in Wachstumsmärkten Fuß fassen wollen.

Phillip Kerle, Chief Executive Officer bei Demica, kommentiert: „Unsere Studie zeigt, dass das große Marktpotenzial für grenzüberschreitende SCF zurzeit noch weitgehend unerschlossen ist. Wertvolles Kapital liegt dadurch brach und kann nicht effizient eingesetzt werden, um Liquidität zum Vorteil der Einkäufer und Zulieferer in die Lieferkette einzubringen. Im Zuge der Globalisierung sind internationaler Handel und Outsourcing von Geschäftsfunktionen die Norm. Dabei gewinnt SCF als wichtiges Finanzierungsinstrument für Zulieferer, die mit hohen Kreditkosten und begrenztem Zugang zu alternativen Finanzierungsmöglichkeiten kämpfen, immer mehr an Bedeutung. Das Refinanzierungsproblem hindert die Lieferanten in Schwellenmärkten daran, ihr Geschäft auszuweiten und mit den Anforderungen großer Einkäufer Schritt zu halten.

Kleinere Zulieferer können Konjunkturschwankungen weniger gut standhalten. Da Störungen in einem Teil der Lieferkette einen Dominoeffekt auslösen können, liegt es im Interesse der Einkäufer, dafür zu sorgen, dass ihre strategisch wichtigen Lieferanten finanziell robust ausgestattet sind.“

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