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AAE und ERS Railways machen Güterzüge zwischen Rotterdam und Mailand leiser

Um Güterzüge leiser zu machen, rüstet die schweizerische AAE Gruppe als erster Vermieter von Eisenbahnwagen im europäischen Güterverkehr bestehende Güterwagen mit neuen Bremssohlen aus. Die LL-Sohlen reduzieren Lärmemissionen um bis zu 10 Dezibel, was einer Halbierung der wahrgenommenen Lautstärke entspricht. Die Wagen werden im ersten Quartal 2013 umgebaut und von der niederländischen ERS Railways B.V. ab dem zweiten Quartal auf dem besonders belasteten Transportkorridor im Rheintal zwischen Rotterdam und Melzo (Mailand) eingesetzt

„Angesichts der Wichtigkeit des Themas ist es notwendig, dass für die LL-Sohlen kurzfristig eine generelle Zulassung erteilt wird“, sagt Karsten Sachsenröder CEO und Geschäftsführender Direktor von AAE. „Wir haben jetzt eine Möglichkeit genutzt, um im Rahmen gesetzlicher Möglichkeiten den Lärmschutz voranzutreiben und Erfahrungen mit den Betriebskosten umgebauter, leiser Güterwagen machen zu können.“

Neue Güterwagen werden bereits seit 2007 aus Lärmschutzgründen nicht mehr mit den herkömmlichen Grauguss-Bremssohlen ausgestattet. Da es sich bei Güterwagen um langlebige Wirtschaftsgüter handelt, die in der Regel über mehr als 30 Jahre genutzt werden, ist das Gros der Wagen noch mit den lauteren Bremsen ausgerüstet. Die theoretisch und rechtlich mögliche Umrüstung auf Scheibenbremsen oder sogenannte K-Sohlen ist aufgrund hoher Umbaukosten unwirtschaftlich. „Wir könnten solche Wagen nicht mehr vermieten“, so Sachsenröder. Die Bahnwelt wartet daher auf die Zulassung der LL-Sohlen, deren Umbaukosten deutlich niedriger liegen. Nachdem alle Sicherheitsprüfungen erfolgreich absolviert und Testzüge mit umgebauten Wagen gefahren wurden, wird mit der EU-Zulassung Mitte dieses Jahres gerechnet. „Es ist allerdings schon jetzt möglich, maximal 50 Wagen einer Bauart umrüsten zu lassen“, erläutert Sachsenröder. „Diese Chance haben wir wahrgenommen und bauen jetzt so viele Wagen um, dass unser Kunde ERS damit drei komplette, leise Wagengarnituren bilden kann.“

„Nach erfolgter Umrüstung werden 30 Prozent unserer Züge buchstäblich auf leisen Sohlen durch das Mittelrheintal fahren, was aus unserer Sicht eine deutliche Entlastung für die Anwohner bedeutet“, sagt Frank Schuhholz, Geschäftsführer von ERS Railways. „Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung zwischen unseren beiden Unternehmen wollen wir das Thema Lärmvermeidung proaktiv angehen und im Rahmen der aktuell gegebenen Möglichkeiten nach Verbesserungen suchen.“

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