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Bayern und Hamburg stärken die Schiene

Bayern ist der wichtigste Partner im Container-Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens. Der Freistaat nutzt das dichte Netz an Liniendiensten, die Hamburg mit nahezu jedem Hafen der Welt verbinden, für die globale Verteilung von Im- und Exportware.

Rund 700.000 Standardcontainer (TEU) wurden 2012 von Bayern im Außenhandel via Hamburg verschifft. Ein Großteil der Containertransporte zwischen Hamburg und Bayern werden bereits umweltfreundlich per Bahn abgewickelt. Wie dieser Anteil noch weiter gesteigert werden kann, erfuhren gestern rund 30 Abgeordnete des Deutschen Bundestages und deren Mitarbeiter von Hamburgs Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof beim Hafenfrühstück in Berlin.

„Der Hamburger Hafen soll im Schienengüterverkehr auch weiterhin führend in Europa bleiben. Gemeinsam mit unseren Partnern in Bayern haben wir Maßnahmen erarbeitet, die Schiene noch effektiver und damit attraktiver für unsere Kunden zu machen,“ so Andreas Rieckhof in seiner Ansprache. Die Bundesregierung hat im „Masterplan Güterverkehr und Logistik“ das Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren die rechtlichen Rahmenbedingungen und Investitionsschwerpunkte für eine nachhaltige Steigerung des Anteils von Bahntransporten am Güterverkehr bis 2025 zu schaffen.

Eine Maßnahme zur Erhöhung des Transportvolumens auf der Schiene ist, nach einer Analyse des Projekts „Hafen Hamburg 62+“, auch die Regelung von Öffnungszeiten an Umschlagbahnhöfen in Bayern, auch in dichter besiedelten Gebieten. Axel Mattern, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing, erklärte beim Hafenfrühstück: „Der Preisvorteil, den die zahlreichen Bahnanbieter dem Kunden bieten, reicht allein nicht aus. Das Angebot im Schienengüterverkehr muss auch in puncto Zuverlässigkeit und Flexibilität markt- und kundengerecht gestaltet werden können. Eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur ist dafür die wichtigste Voraussetzung.“ Die Hafen- und Logistikvertreter begrüßten es daher ausdrücklich, dass der Bund mit dem Ausbau des „Ostkorridors“ eine wichtige Alternative zu der stark belasteten Nord-Süd-Achse Hamburg-Hannover-Würzburg schafft. „Schließlich sollen auch zukünftig deutsche Güter über deutsche Häfen verschifft werden können ? warum sollen wir diese Wertschöpfung ins Ausland verlagern?“ ergänzte Mattern.

Um die Attraktivität von Transportlösungen mit dem Einsatz einer Kombination aus den Verkehrsträgern Lkw und Bahn, dem sogenannten Kombinierten Verkehr, zu steigern, sind auch schnellere Genehmigungsverfahren erforderlich, z.B. für den Bau neuer Terminals in Bayern. In diesem Zusammenhang ist auch Henning Finck, Leiter der Vertretung der Handelskammer Hamburg in Berlin, der Auffassung, dass es unwirtschaftlich und wenig attraktiv ist, wenn der Container auf dem Weg zum nächsten Containerbahnhof erst Distanzen von 100 Kilometer und mehr per Lkw zurücklegen muss.

Im Hamburger Hafen wurden 2012 insgesamt rund zwei Millionen TEU per Bahn in das oder aus dem Hinterland transportiert. Das sind etwa so viele, wie die Summe aller Bahntransporte der anderen Nordseehäfen, wie Antwerpen, Rotterdam und Bremerhaven. Mehr als 200 Güterzüge werden täglich im Hamburger Hafen abgefertigt, davon allein über 30 mit den bayerischen Terminals in Hof, Schweinfurt, Nürnberg, München, Regensburg, Augsburg, Burghausen und Bamberg.

Das Hafenfrühstück wird gemeinsam von Hafen Hamburg Marketing, der Vertretung der Handelskammer Hamburg in Berlin, dem Deutschen Seeverladerkomitee im Bundesverband der Deutschen Industrie, dem Zentralverband der Schiffsmakler und Schiffsagenten sowie dem Verband Deutscher Reeder veranstaltet. In regelmäßigen Abständen werden Bundestagsabgeordnete und Mitarbeitende der Bundesministerien dabei über aktuelle Entwicklungen im größten Deutschen Seehafen informiert.

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