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EMI: Deutsche Industrie wächst wieder

Die deutsche Wirtschaft ist im Februar wieder auf Expansionskurs gegangen. Beflügelt vom stärksten Auftragszuwachs beim Export seit Mai 2011 konnte auch die Industrieproduktion erneut zulegen. Das zeigt der saisonbereinigte Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI), der im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,5 Zähler auf 50,3 nach oben kletterte. Der wichtige Konjunktur-Frühindikator schaffte damit zum ersten Mal seit einem Jahr wieder den Sprung über die 50-Punkte-Marke, ab der Wachstum signalisiert wird. Dem Langzeitdurchschnitt von 51,9 hinkt er allerdings weiter hinterher.

„Die jüngsten Produktionszuwächse bestärken uns darin, dass die Wirtschaftsflaute der vergangenen Monate definitiv beendet ist. Erfreulich ist auch, dass die Einkaufspreise weiter sinken. Dieser Trend dürfte sich ebenfalls günstig auf die Geschäfte des Verarbeitenden Gewerbes im Februar ausgewirkt haben“, betonte Dr. Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), in Frankfurt.

„Der EMI signalisiert eine konjunkturelle Aufwärtsbewegung in diesem Jahr. Auch die heftige Diskussion über Währungskriege konnte ihn nicht ausbremsen“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, dem BME. Einmal mehr sei deutlich geworden, dass an der Höhe des Euro-Wechselkurses immer herumgemeckert werde. So sei er mal zu niedrig und mal zu hoch. Traud: „Zum Glück lassen sich die meisten deutschen Unternehmen davon nicht anstecken und schauen auf die zugrundliegende Nachfrageentwicklung ihrer Güter im In- und Ausland. Wechselkursschwankungen gehören dazu. So sollte bei einer fortgesetzten weltwirtschaftlichen Erholung im Laufe dieses Jahres auch die Aufwertung des Euro bis auf 1,40 US-Dollar die Unternehmen nicht zu sehr belasten. Wir erwarten weiterhin einen Anstieg des Bruttosozialprodukts um rund 1,0 Prozent in diesem Jahr.“

„Zumindest Deutschland hakt die Konjunkturdelle vom Jahressende 2012 ab. Der EMI landet folgerichtig wieder im Wachstumsbereich“, teilte Alexander Schumann, Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), dem BME mit. Gerade im Dienstleistungssektor stünden die Zeichen auf mehr Schwung. Die Industrieproduktion belebe sich ebenfalls. „Wieder einmal ist es die Auslandsnachfrage, die den Anstoß für eine bessere konjunkturelle Entwicklung hierzulande gibt. Auch der Lagerabbau dürfte allmählich abgeschlossen sein. Allerdings bleibt das Europa-Umfeld schwach, weshalb die Bäume 2013 nicht in den Himmel wachsen“, so Schumann abschließend.

Industrieproduktion

Zum zweiten Mal in Folge wurde im Februar Produktionswachstum gemessen. Die Leistung nahm im Vergleich zum Vormonat allerdings nur moderat zu und lag unter der Wachstumsrate vom Jahresbeginn. Mit Blick auf den Jahresdurchschnitt für 2012 erreichte der Teilindex im Berichtsmonat aber immerhin ganze drei Punkte mehr. Höhere Produktionslevels wurden aus allen drei Industriesektoren gemeldet, angeführt von den Herstellern von Vorleistungsgütern.

Auftragseingang

Der Februar bescherte sowohl Global Playern als auch KMU wieder deutlich besser gefüllte Auftragsbücher. Im Vergleich zum Vormonat legte die Nachfrage nach Produkten „Made in Germany“ kräftig zu. Die jüngste Wachstumsrate beendete den 19-monatigen ununterbrochenen Rückgang bei den Exportbestellungen. So erholte sich vor allem die Nachfrage nach deutschen Produkten aus Asien und von anderen außereuropäischen Märkten. Gewinner waren dabei die Vormaterial- und die Investitionsgüterindustrie.

Auftragsbestände

Zum ersten Mal seit August 2011 nahmen die Auftragsbestände in der Industrie wieder zu. Hauptgrund dafür waren die zahlreichen Neubestellungen der Unternehmen.

Beschäftigung

Gut gefüllte Auftragsbücher im Februar sorgten für einen deutlich niedrigeren Stellenabbau als noch zu Jahr

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