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EMI: Überraschender Rückschlag für deutsche Konjunktur

Die Hoffnungen der deutschen Wirtschaft auf einen nachhaltigen Aufschwung haben einen Dämpfer erhalten. Nach positiven Anzeichen zu Jahresbeginn ließen schwindende Neuaufträge und eine stagnierende Industrieproduktion den saisonbereinigten Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) im März sinken.

Der wichtige Konjunktur-Frühindikator fiel gegenüber dem Vormonat um 1,3 Zähler auf 49,0 und rutschte damit wieder unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der März-Wert ist die schwächste EMI-Notierung seit drei Monaten und liegt unter dem Langzeitdurchschnitt von 51,9. Offensichtlich muss auch die deutsche Wirtschaft den Turbulenzen in der Eurozone ihren Tribut zollen.

„Die schwierige wirtschaftliche Lage in Südeuropa verunsichert viele deutsche Unternehmen. Sie führt auch zu einer Eintrübung der Investitionsstimmung“, betonte Dr. Holger Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), in Frankfurt. Hoffnung machten dagegen die sinkenden Einkaufspreise, die für eine Entlastung der Firmen auf der Kostenseite sorgten.

„Ein kalter Wind weht durch Deutschland. Der Frühling lässt auf sich warten. Dies gilt nicht nur für die Temperaturen, auch die Konjunktur lahmt“, sagte Dr. Gertrud R. Traud, Chefvolkswirtin der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, dem BME. So habe der EMI im März wieder an Schwung verloren. Die konjunkturelle Erholung in Deutschland komme nur langsam in Gang. Die schwierige Lage in Zypern scheine nun doch auf die Stimmung der Unternehmer gedrückt zu haben. „Die relativ hohe Dynamik der US-Wirtschaft konnte dies offensichtlich nicht kompensieren. Die Unternehmen scheinen die Turbulenzen jedoch eher als kurzfristig zu betrachten, ansonsten wären wohl kaum mehr Arbeitsplätze geschaffen worden. Der abnehmende Kostendruck in Kombination mit dem schwächeren Euro lässt jedoch Spielraum für positive Gewinnüberraschungen. So muss nur noch die Unsicherheit in der Eurozone nachlassen“, so Traud abschließend.

Nach Ansicht von DIHK-Chefvolkswirt Dr. Alexander Schumann zeigt der jüngste Rückgang des EMI, wie stark der weitere Konjunkturverlauf noch von Unsicherheit geprägt ist. So lange die Euroschuldenkrise weiter schwele, bleibe es schwierig, den Investitionsknoten zu lösen. „Aber das ist dringend nötig, um dem Wachstum hierzulande mehr Schwung zu verleihen. Ein gutes Zeichen ist zumindest, dass die Beschäftigungspläne auch beim EMI auf Expansion hindeuten“, sagte Schumann dem BME.

Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick:

Industrieproduktion: Viele Industrieunternehmen hatten im März mit einer stagnierenden Produktionsleistung zu kämpfen. Die aktuelle Lage steht im Gegensatz zu den moderaten Zuwächsen in den beiden Vormonaten.

Auftragseingang: Mittelständler und Großbetriebe mussten sich zum ersten Mal seit Dezember 2012 wieder auf sinkende Auftragsvolumina einstellen. Unsichere Konjunkturaussichten und die Zurückhaltung der wieder vorsichtiger werdenden Kunden waren die Hauptgründe für diesen Negativtrend. Während die Hoffnung auf eine Konjunkturerholung im Vormonat noch durch gut gefüllte Auftragsbücher genährt wurde, brachte der März für die exportorientierten Unternehmen eine Enttäuschung. Besonders die unsichere Lage in Südeuropa wirkte sich negativ auf das Orderverhalten aus. Wettgemacht wurde dies zumindest teilweise durch eine höhere Nachfrage aus Asien und Nordamerika.

Auftragsbestände: Die Auftragsbestände in der Industrie wuchsen im März nur unbedeutend. Einkaufsmanager führen den geringen Zuwachs hauptsächlich auf den Personalabbau vergangener Monate zurück.

Fertigwarenlager: Der Abbau der Fertigwarenlager hält bereits seit fast einem dreiviertel Jahr an. Dies ist die längste Phase seit April 2010.

Beschäftigung: Nach fast einem halben Jahr Stellenstreichens wurden im März erstmals wie

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