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Portalkran für Kombiumschlag in Kiel eingetroffen

In Kiel ist der neue gummibereifte Portalkran (RTG) für das Kombiterminal im Ostuferhafen eingetroffen. Erfolgte der Umschlag Schiene/Schiff bisher mittels Reach Stacker, so wird die Beladung der Züge künftig vom Portalkran übernommen.

Der in Polen gefertigte Kran traf am Nachmittag des 15. April mit dem Schwerlastschiff „Meri“ in Kiel ein. Die Entladung erfolgte selbstfahrend über die RoRo-Rampe an Liegeplatz Nr. 7 des Ostuferhafens. Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH & Co. KG: „Wir investieren in die Hinterlandanbindung auf der Schiene. Ziel ist es, den Bahnanteil im Modal-Split des Hafens weiter zu steigern.“ Der RTG wird in den kommenden Wochen endausgerüstet und getestet. Die Inbetriebnahme ist für den 31. Mai vorgesehen. Dirk Claus: „Durch die hohe Ladegeschwindigkeit des neuen Portalkrans wird die Leistungsfähigkeit des KV-Terminals im Ostuferhafen nochmals nachhaltig erhöht. Die Transportkette Schiene/Schiff wird in ihrer Wettbewerbsfähigkeit weiter gestärkt.“

Der neue Portalkran, ein sogenannter Rubber Tyred Gantry Crane (RTG), hat eine Breite von 30 Metern und kann so drei Gleise sowie die zugehörigen Ladespuren überspannen. Die Hubhöhe unter Spreader beträgt gut 12 Meter, die Gesamthöhe des Portalkranes liegt bei 21 Metern. Der RTG ist u.a. zum Kranen von Trailern, Containern und Wechselbrücken geeignet und verfügt über eine Hubkraft von bis zu 45 Tonnen. Der Kranlauf längs der Schienen erfolgt GPS-gestützt. Das Gerät stellt ein Investitionsvolumen von 1,5 Millionen Euro dar und wurde aus Mitteln des Bundes gemäß der Richtlinie zur Förderung von Umschlagsanlagen des KV gefördert. Die Ertüchtigung des KV-Terminals steht in direktem Zusammenhang mit weiteren Investitionsmaßnahmen im Ostuferhafen. So wurden bereits ein neues Gate und die Yard-IT in Betrieb genommen. Der Ausbau von Liegeplatz 1 und der Bau einer vierten Lagerhalle haben begonnen. Im kommenden Jahr wird dann auch die Flächenerweiterung des Hafens abgeschlossen werden. Dirk Claus: „Im Ostuferhafen sind die wachsenden Fährverkehre mit Russland und dem Baltikum konzentriert. Durch unsere umfassenden Investitionsmaßnahmen bieten wir unseren Kunden beste Entwicklungsmöglichkeiten am Standort Kiel.“

Der kombinierte Ladungsverkehr Schiene/Schiff gewinnt in Kiel zunehmend an Bedeutung. Im vergangenen Jahr wurden erstmals mehr als 20.000 Ladungseinheiten allein im kombinierten Verkehr empfangen bzw. versandt. Dazu kamen noch einmal gut 2.500 Container, die von Kiel aus mit Blockzügen zu den Hamburger Überseeterminals transportiert worden. Im Kombiverkehr ist Kiel durch den täglichen Shuttle-Zug von und nach Hamburg-Billwerder an alle nationalen und viele internationale Destinationen angebunden. Dazu besteht seit Herbst des vergangenen Jahres eine Ganzzugverbindung zwischen Kiel und Verona in Norditalien, auf der zwei Rundläufe je Woche angeboten werden. Vor dem Hintergrund der wachsenden Umschlagsmengen im Kieler Hafen nimmt auch das KV-Volumen weiter zu. Im I. Quartal 2013 wurden 20 Prozent mehr Ladungseinheiten im Ostuferhafen sowie am Schwedenkai auf die Bahn verladen. Dirk Claus: „Hält die positive Entwicklung an, so kann schon bald auch eine Ganzzugverbindung ins Ruhrgebiet folgen.“

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