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Sprit und Spirit

Wer ein erfolgreiches Unternehmen führt, bringt oft mehr ein als Kraft, Zeit und Kapital. Langfristig agierende Firmen leben meist eine besondere Philosophie, die Firmengründer und Führungskräfte verinnerlichen und nach außen tragen. Lagerlogistiker Roland Rüdinger und Seefracht-Expertin Silvia Deden sind nur zwei Beispiele, wie christliche Unternehmer ihre Werte bei der Arbeit einbringen.

Für Roland Rüdinger macht es einen Unterschied, ob er seinem Kunden, seinem Mitarbeiter, sich selbst oder eben letztlich Gott verantwortlich ist. Die Perspektive weite den Blickwinkel, sagt der Spediteur aus dem baden-württembergischen Krautheim. Bei seiner täglichen Arbeit kommt ihm häufig das Bild vom Turmbau zu Babel, über den das Alte Testament berichtet. In Genesis 11,1-9 wird erzählt, wie Gott die Menschheit für ihren Hochmut straft, es Gott gleichtun zu wollen: Er lässt die Menschen in verschiedenen Sprachen reden und stiftet damit Verwirrung. Auch Rüdinger ist fleißig am Bauen.

In den vergangenen zehn Jahren investierte der Mittelständler zehn Millionen Euro in klassische Block- und Regallager sowie Services rund um Palettenmanagement und Verpackung. Dass er alle mittlerweile elf Lagerhallen von einem Pfarrer weihen ließ, ist für ihn Zeichen seiner Demut. „Am Erfolg hat Gott einen entscheidenden Anteil“, sagt der Unternehmer, für den die Zeremonie christliche Tradition bedeutet, aber kein Event. „Für mich ist der Segen Gottes für unsere 22.500 Quadratmeter Lagerfläche sehr wichtig“, erläutert der Hohenloher, „denn ohne Gott, der uns Gesundheit, wachen Verstand, tüchtige Mitarbeiter und treue Kunden schenkt, sind wir nichts.“ Deshalb sei wichtig, dass alle Beteiligten immer wieder eine gemeinsame Sprache finden, rundet der geschäftsführende Gesellschafter sein alttestamentliches Bild ab.

Dass der Mensch laut biblischem Verständnis Ebenbild Gottes ist, prägt Rüdingers Haltung gegenüber seinen Mitmenschen. Er will ihnen wertschätzend und mit Respekt begegnen und erwartet dasselbe von ihnen. Der Unternehmer will vorbildlich leben und durch seine Taten überzeugen, nicht durch Worte. Sein Maßstab sind langfristige Partnerschaften und offene, regelmäßige Kommunikation, weil man sich umeinander bemüht.

Der Spediteur, der sich auf Transporte von XXL-Werkzeugmaschinen spezialisiert hat, fordert aber ein, dass alle in seinem Betrieb miteinander deutsch sprechen, denn nur so werde keiner ausgegrenzt und jeder habe denselben Kenntnis- und Wissensstand. Er versteht das Unternehmen auch als Übungsfeld, die deutsche Sprache zu lernen und somit auch als Migrant hier Heimat zu finden. Mindestens einmal jährlich, meist aber häufiger, führt Rüdinger Mitarbeiter- und Kundengespräche, in denen es oft auch um private Themen geht. Sein Glaube ermahne ihn, zu verzeihen und anderen vorübergehende Leistungsschwächen zuzugestehen, zumal wenn sie aus persönlichen Krisen resultieren.

„Zum Glauben gehört für mich auch Respekt vor der Schöpfung. Umweltschutz ist deshalb ein großes Thema bei uns“, sagt Rüdinger, der stets nach neuester Abgasnorm und treibstoffsparend speditiert. Dazu bewässert er seine Lkw-Waschanlage mit Regenwasser und erwirtschaftet mit Solaranlagen auf den Dächern seiner Lagerhallen mehr Strom als die Gebäude samt Verwaltung benötigen.

Eine solche Denkhaltung ist Silvia Deden nicht fremd. Die Geschäftsführerin der PL-Cargo GmbH mit Standorten in Hamburg und Rotterdam regelt mit ihren christlichen Werten „alles, was nicht im Arbeitsvertrag steht.“ Geschwisterliches Miteinander und eine freundschaftliche, familiäre Atmosphäre, sind für sie zentrale Werte, die sie auf der Basis der Zehn Gebote interpretiert. „Wir haben hier keine Distanz zwischen Chef und Mitarbeiter, sondern gehen auf Augenhöhe und menschlich miteinan

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